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interdisziplinär + interkulturell

Im Künstleraustauschprogramm zwischen Salem/Bodensee und der Kulturinstitution SAW Salem Art Works im Upstate New York/USA werden über 30 Künstler aus den USA und der Region Bodensee/Oberschwaben drei Wochen lang gemeinsam auf Schloss Salem leben und arbeiten. Vorbilder sind das Staatliche Bauhaus in Weimar oder das Black Mountain College in den USA. In diesem Jahr vertreten die Künstler die fünf Sparten Literatur, Musik, Malerei, Bildhauerei und Digital Art. Die Künstler beschäftigen sich mit der spezifischen Geografie, Geschichte und Gesellschaft der Region und lassen sich zu Werken inspirieren.

Im Jahre 1919 wurde in Weimar von Walter Gropius das Staatliche Bauhaus als Kunstschule gegründet, das bis heute als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne gilt und dessen Resonanz bis heute anhält. Grundlage der Konzeption war ein internationaler, offener und interdisziplinärer Gedankenaustausch und ein Zusammenarbeiten der traditionell getrennten Bereiche der Bildenden, der Angewandten und der Darstellenden Kunst.

Nach der Auflösung des Bauhauses durch das Nazi-Regime wanderten viele Mitglieder in die USA aus (Josef Albers, Walter Gropius, László Moholy-Nagy, Ludwig Mies van der Rohe) und schlossen sich dem 1933 gegründeten Black Mountain College an. So übernahm das BMC genauso eine Vorreiter-Rolle für die Avantgarde wie davor das Bauhaus und Künstler wie Robert Rauschenberg, Cy Twombly, Kenneth Snelson, John Chamberlain oder John Cage arbeiteten dort.

Die Kulturinstitution „Salem Art Works“ (SAW) (www.salemartworks.com) im State New York beruft sich mit ihrem „Artists Colony & Sculpture Park“ auf solche Vorbilder und organisiert ein interdisziplinäres Kulturprogramm.

Auch das Projekt „BodenseeKulturraum“ will an die Tradition der berühmten Vorbilder anknüpfen und mit verschiedenen Formen von regelmäßigen Symposien, Foren und  Veranstaltungen den gegenseitigen offenen Kultur-Transfer fördern. Schwerpunkt sind dabei internationale und interdisziplinäre Projekte, die in gemeinsamer Kooperation von Bodensee-Institutionen und bedeutenden internationalen Kunst-Akademien/Universitäten und Kultur-Institutionen organisiert werden.

Ein zentrales Pilotprojekt ist das 2010 startende Künstler-Austauschprogramm „Salem2Salem“, dessen Ausgangspunkt die Verbindung der namensgleichen Orte Salem/Bodensee und Salem/N.Y. ist. Dabei wird ein internationaler und interdisziplinärer Austausch von Künstlern aus den USA und den Anrainer-Ländern des Bodensees organisiert. Das Programm ist reziprok angelegt, d.h. es findet ein wechselseitiger Austausch statt.

In diesem Jahr  kommen für eine Zeitdauer von drei Wochen über 20 Künstler aus Salem/USA (SAW) und weitere 16 Künstler verschiedener Kunstsparten aus den Bodensee-Anrainerstaaten sowie eine Künstlerin aus Polen in Salem/Bodensee zusammen, um gemeinsam arbeiten. Entsprechend der vertretenen Kunstsparten werden verschiedene Gruppen - die z.B. auch Literatur, Tanz, Schauspielerei, Musik mit einbeziehen, gebildet.

Organisiert wird das Programm vom Kulturamt Bodenseekreis in Kooperation mit „BodenseeKulturraum e. V.“ mit Sitz in Schloss Salem.
Die Künstler wohnen und arbeiten alle zusammen in Schloss Salem. Während des Symposiums sollen sich die Teilnehmer mit der spezifischen Geographie, der Geschichte und der Gesellschaft der Region beschäftigen und sich zu Werken (auch gemeinsamen) inspirieren lassen.

salem2salem 2010: 3. – 24. August