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Der Gemeindepsychiatrische Verbund

Bis zum Ende der 80er Jahre war der Bodenseekreis gemeindepsychiatrisches Niemandsland. In der Folgezeit wurde jedoch damit begonnen, ein dichtes Netz von Versorgungs- und Betreuungsangeboten für psychisch kranke Menschen aufzubauen. Mit viel Dynamik haben mehrere Träger gemeinsam mit dem Landkreis differenzierte ambulante Hilfestrukturen aufgebaut. Am 1. Oktober 2004 wurde auf vertraglicher Basis der Gemeindepsychiatrische Verbund gegründet.
Vorrangiges Ziel des Verbundes ist es, allen psychisch erkrankten und beeinträchtigten Menschen des Landkreises die von ihnen benötigten Hilfen bereit zu stellen, wobei niemand wegen Art und Schwere seiner Erkrankung ausgegrenzt werden soll.

Kooperationsvereinbarung

Grundsatz des Gemeindepsychiatrischen Verbundes ist es, für den beschriebenen Personenkreis eine am Wohnort orientierte Versorgung vorzuhalten. Die betroffenen Menschen sollen individuell zugeschnittene Hilfen in ihrem Lebensfeld in Anspruch nehmen können und so wenig wie möglich auf einen Wechsel in ein künstlich geschaffenes Milieu zurückgreifen müssen.
Die Entwicklung einer bedarfsgerechten Versorgung im Bodenseekreis wird als Gemeinschaftsaufgabe von Landkreis, Leistungsträgern, Trägern psychiatrischer Einrichtungen, Betroffenen und Angehörigen verstanden. Deren Vertreter bilden die Arbeitsgemeinschaft GPV. Die Abstimmung dieser Zusammenarbeit übernimmt die Koordinations- und Planungsstelle Gemeindepsychiatrie, die bei der Sozialplanung des Sozialdezernats angesiedelt ist. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist der Sozialdezernent des Bodenseekreises.

Die in diesem Wegweiser aufgeführten Träger psychiatrischer Hilfen übernehmen gemeinsam die Pflichtversorgung für die psychisch kranken Menschen im Kreis. Deren Vertreter bilden die Trägergemeinschaft GPV. Sie haben u. a. die Aufgabe, die Vorschläge der Arbeitsgemeinschaft umzusetzen, die Organisationsstrukturen der psychiatrischen Versorgung zu planen und den Landkreis fachlich zu beraten.

Hilfeplankonferenz

Die am Gemeindepsychiatrischen Verbund Beteiligten haben sich vertraglich auf ein einheitliches, personenzentriertes Verfahren zur Hilfeplanung festgelegt. Dabei wird der so genannte Individuelle Behandlungs- und Rehabilitationsplan (IBRP) verwendet. Die Betroffenen werden in diese individuelle Hilfeplanung eng eingebunden und erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche und Lebensziele einzubringen. Die Festlegung auf bestimmte Hilfen erfolgt in der monatlich stattfindenden Hilfeplankonferenz, an der sämtliche Leistungserbringer und der Landkreis als Leistungsträger der Eingliederungshilfe beteiligt sind.
Alle Mitgliederdes Gemeindepsychiatrischen Verbundes haben sich dazu verpflichtet, keine Leistungen für psychisch kranke Menschen ohne die vorherige Abstimmung in der Hilfeplankonferenz zu erbringen.

  • Psychiatrieplanung und -koordination
    Rainer Barth
    Landratsamt Bodenseekreis - Sozialplanung
    Albrechtstraße 75
    88045 Friedrichshafen
    Tel.: 07541 204-5306
    Fax: 07541 204-7306
    E-Mail: rainer.barth(at)bodenseekreis.de
     
  • Koordinatorin der Hilfeplankonferenz
    Natalia Erm
    ZfP Südwürttemberg Weissenau
    Weingartshofer Straße 2
    88214 Ravensburg
    Tel.: 0751 7601-2289
    E-Mail: natalia.erm(at)zfp-zentrum.de