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Ende der Asyl-Notunterkünfte

Freitag 18.11.2016

Der Bodenseekreis kann noch in diesem Jahr seine letzten beiden Flüchtlingsnotunterkünfte schließen. Aktuell leben in den zu diesem Zweck hergerichteten Turnhallen in Meckenbeuren und Neukirch insgesamt noch rund 100 Menschen. Die menschenleeren Hallen werden nach aktueller Planung bis März 2017 zurückgerüstet und den beiden Gemeinden wieder übergeben.

Die fünf Familien mit zusammen 23 Personen aus der Neukircher Halle ziehen in der vierten Novemberwoche in die neue reguläre Gemeinschaftsunterkunft in Hagnau. Aus der Notunterkunft in Meckenbeuren ziehen Anfang Dezember drei Familien mit 21 Personen nach Meckenbeuren-Gerbertshaus, drei weitere Familien mit elf Personen nach Oberteuringen, vier Familien mit 25 Personen nach Uhldingen-Mühlhofen und 20 weitere alleinreisende Personen werden ebenfalls in bestehende Gemeinschaftsunterkünfte in der Umgebung verteilt. Die Umzüge werden durch die Hausmeister des Landkreises gemeinsam mit den Bewohnern durchgeführt. In den Gemeinschaftsunterkünften leben die Menschen regulär solange, bis das Bundesamt für Migration über deren Asylantrag entschieden hat. Danach wechseln sie in der Regel in die Obhut einer Gemeinde im Bodenseekreis oder finden Privatwohnungen.

Landrat Lothar Wölfle spricht allen Gemeinden, in denen das Landratsamt in den zurückliegenden eineinhalb Jahren Notunterkünfte eingerichtet hat, seinen Dank aus: „Der Bodenseekreis hat in den Jahren 2015 und 2016 über 2.700 Menschen aufgenommen, ihnen ein Dach über dem Kopf gegeben, sie mit dem Nötigen zum Leben ausgestattet und teilweise sogar verpflegt. Das war eine riesige humanitäre Herausforderung. Ohne die Bereitschaft der Kommunen und ihrer Bürgerschaft, diese Aufgabe gemeinsam anzunehmen und für einen zwar begrenzten, aber zunächst ungewissen Zeitraum ihre Sport- und Mehrzweckhallen zur Verfügung zu stellen, hätten wir das nicht geschafft. Dafür bin ich den Gemeindeverwaltungen und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern außerordentlich dankbar, denn ich weiß, dass das mit Entbehrungen verbunden war.“ Auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, die mit dazu beigetragen haben, den erschwerten Alltag in solch einer Notunterkunft erträglich zu gestalten, zollt der Landrat Respekt: „Da ist Großartiges und Menschliches geleistet worden. Das macht mich stolz auf die Bürgerschaft des Bodenseekreises.“

Die ersten Bewohner waren Ende Februar dieses Jahres in die Meckenbeurer Notunterkunft und Ende März in Neukirch eingezogen. Dort lebten sie in der Regel familienweise in Abteilen aus Messebauwänden und nutzten gemeinsam die vorhandenen Sanitärbereiche. Diese beiden Notunterkünfte hatten die Besonderheit, dass sich die Menschen dort mit Kochgelegenheiten selbst versorgen konnten. In den anderen Notunterkünften des Landkreises gab es dreimal täglich eine Gemeinschaftsverpflegung.

Auch in Eriskirch, an drei Standorten in Tettnang, einem weiteren in Meckenbeuren sowie in Kressbronn hatte der Bodenseekreis temporäre Flüchtlingsnotunterkünfte in Sport- und Mehrzweckhallen beziehungsweise einem Saal eingerichtet. In den Spitzenzeiten im April 2016 lebten insgesamt an die 650 Menschen in solchen Notunterkünften. Derzeit wird die seit Juli menschenleere Stadthalle in Tettnang zurückgerüstet, renoviert und vereinbarungsgemäß bis Jahresende an die Gemeinde zurückgegeben. Sie diente seither noch als Notfallreserve.

Aktuell betreibt das Landratsamt an insgesamt 33 Standorten im Bodenseekreis reguläre Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende. Rund 1.350 Personen leben zurzeit darin. In diesem Jahr sind dem Landkreis bis Mitte November bisher 965 Flüchtlinge zugewiesen worden. Im September waren es zehn, im Oktober 12 und im November bisher 16 Personen. Rund 1.000 Personen mit Bleibestatus werden im Jahr 2016 in die Obhut der Gemeinden übergegangen sein.

Ansprechpartner des Landratsamts, der Gemeinden, der Flüchtlingssozialarbeit und der ehrenamtlichen Helferkreise in den einzelnen Gemeinden des Bodenseekreises sowie weitere nützliche Informationen rund um das Thema Migration und Integration gibt es unter www.bodenseekreis.de/soziales-gesundheit/asyl-migration.html

 
Bildinfo: Typischer Aufbau einer Asyl-Notunterkunft des Bodenseekreises mit Abteilen aus Messebauwänden, hier in Eriskirch.
Foto: Landratsamt Bodenseekreis