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Ausstellung über Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg im Städtischen Museum Überlingen geht zu Ende

Dienstag 06.12.2016

Nur noch bis einschließlich Samstag, 17. Dezember 2016 besteht die Möglichkeit, die Ausstellung „1914-1918: Von beiden Seiten. Kriegserfahrungen in der Touraine und am nördlichen Bodensee“ im Städtischen Museum Überlingen zu besuchen. Mehr als 300 Originalobjekte aus Privatsammlungen, Museen, dem Kulturamt Bodenseekreis sowie dem Stadtarchiv Überlingen gibt es hier zu sehen, die auf eindrucksvolle Weise die Kriegserfahrungen französischer und deutscher Soldaten an der Front und ihrer Familien zu Hause dokumentieren.

Über die Resonanz der Besucher auf die Ausstellung zeigt sich das Kuratorenteam um Kreiskulturamtsleiter Dr. Stefan Feucht sehr zufrieden: „Bemerkenswert war vor allem die große Nachfrage vonseiten der Schulen“, sagt Kustos Peter Graubach. „In den rund neun Monaten Ausstelungsbetrieb haben 27 Schulklassen mit rund 520 Schülerinnen und Schülern an Führungen der Kulturagentur Hirthe/Engel aus Überlingen teilgenommen“, so Graubach weiter. Auch das umfangreiche Begleitprogramm mit vielen Führungen, Vorträgen und Lesungen kam gut an.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Kulturämter des Bodenseekreises und der Stadt Überlingen sowie des Maison du Souvenir in Maillé und den Archives Departmentales d’Indre-et-Loire in Tours. Im Mittelpunkt stehen die Kriegserfahrungen von Soldaten aus den Regionen um die westfranzösische Stadt Tours und dem nördlichen Bodensee. Ihre Briefe, Postkarten und Tagebücher sind eindrückliche Zeitdokumente der Jahre 1914-1918. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung an der sogenannten „Heimatfront“ in beiden Regionen und thematisiert dabei unter anderem die zunehmende Mobilisierung der Bevölkerung, die Einrichtung von Lazaretten oder die Umstrukturierung der Landwirtschaft und Industrie für Kriegszwecke und die damit verbundenen Einschränkungen und Belastungen für die Bevölkerung. Ein besonderes Augenmerk gilt den individuellen Schicksalen von Soldaten aus Überlingen an der Front und ihrer Familien. Zu sehen sind unter anderem Feldpost, Geldsammelbüchsen in Granatenform, Waffen und Uniformen, Liebesgabenpäckchen, das Narrenbuch der Überlingen Narrenzunft mit einer Karikatur zum Fastnachtsverbot im Ersten Weltrkrieg von Viktor Mezger jr. oder das Gedenkfenster aus der früheren Seuse-Oberrealschule, das an 28 gefallene Schüler und Lehrer erinnert. An einer Hörstation sind Berichte über Kriegsereignisse in Überlingen und Umgebung aus dem Lokalblatt „Seebote“ abrufbar. Außerdem zeichnet ein Film das Schicksal des Soldaten Wilhelm Müller und seiner Familie aus Hemigkofen nach.

Die Ausstellung ist noch bis 17. Dezember 2016 von Dienstag bis Samstag, 9:00 bis 12:30 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Eintritt Erwachsene fünf Euro (Ermäßigungen). Kontakt: Museum Überlingen, Krummebergstraße 30, 88662 Überlinge, Tel. 07551 991079 oder auf www.museum-ueberlingen.de.

Bildinfo: Thomas Hirthe führt eine Schulklasse durch die Ausstellung über Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg
Foto: Städtisches Museum Überlingen