Der Heimat-Standort des Landratsamts Bodenseekreis im Bereich der Friedrichshafener Albrecht- und Glärnischstraße muss in den kommenden Jahren baulich weiterentwickelt werden. Das Behördenzentrum mit seinen vielen Dienstleistungen soll dadurch leistungsfähig und attraktiv bleiben, der Kundenservice sogar noch verbessert werden.

Das ist auch nötig, denn die gesetzliche und kommunale Aufgabenfülle der Kreisverwaltung wächst stetig. Es müssen zum Beispiel neue Sozialleistungen bearbeitet oder die Einhaltung verschärfter Umweltgesetze kontrolliert werden. Tatsächlich kümmert sich das Landratsamt mit seinen über 20 Fachämtern um nahezu alle Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger (die große Bandbreite ist gut an den Rubriken und Themen dieser Webseite erkennbar).

Aktuell arbeiten am Heimatstandort in Friedrichshafen etwa 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 250 mehr als noch vor zehn Jahren. Bis 2030 werden es voraussichtlich 1.250 sein. Auch die Ansprüche der Bürgerschaft an einen effizienten Kundenservice der Verwaltung mit kurzen Wegen und minimalen Wartezeiten entwickeln sich immer weiter. Selbst wenn man die Effekte der Digitalisierung, Heimarbeit und intelligenten Raumnutzung berücksichtigt, braucht das Landratsamt in den kommenden Jahren zusätzliche Büro- und Arbeitsflächen.

Um die Vorteile der zentralen und gut erreichbaren Lage sowie die Synergien einer kompakten Verwaltungseinheit auch langfristig an einem Platz nutzen zu können, soll der bestehende Landratsamts-Standort weiterentwickelt werden. Hierfür gibt es ein mehrstufiges Entwicklungskonzept, das der Kreistag 2019 beschlossen hat:

  • Abschnitt I:
    Neubau eines Multifunktionsgebäudes nördlich der Glärnischstraße mit Kindertagesstätte, Integrierter Leitstelle, Wohnungen und Tiefgarage
  • Abschnitt II:
    Neubau eines Verwaltungsgebäudes mit Bürgerservice-Bereich an der Kreuzung Albrechtstraße/Zeppelinstraße
  • Abschnitt III:
    Abriss des alten grünen Landratsamts-Gebäudes südlich der Glärnischstraße und Neubau eines Verwaltungsgebäudes
  • Abschnitt IV:
    Neubau eines weiteren Verwaltungsgebäudes

Um dieses anspruchsvolle Stadtentwicklungsprojekt zu gestalten, wurde auf Beschlüssen des Kreistags und des Gemeinderats ein zweistufiger Architekturwettbewerb durchgeführt: Im ersten Schritt konnten Architekturbüros ihre städtebaulichen Entwürfe für das künftige „Quartier Bodenseekreis“ einreichen. Im zweiten Schritt wurden die sieben besten Konzepte vertieft und verfeinert, speziell unter ökologischen und energetischen Gesichtspunkten. Eine Jury aus externen Expertinnen und Experten, Kreisräten sowie Fachleuten der Kreis- und Stadtverwaltung begutachtet und bewertet die Entwürfe. Die besten Lösungen werden dem Kreistag am 29. März 2021 vorgestellt. Die Arbeitsgruppe des Landratsamts aus Fachleuten und entsendeten Kreisräten bewertet dann die bestplatzierten Entwürfe sowie aktuellen Antworten der Architekturbüros auf gestellte Fachfragen anhand einer durch das Vergabeverfahren vorgegebenen Matrix. Dann erst ist klar, wie das künftige Landratsamts-Quartier aussehen soll. Auf dieser Basis beantragt dann die Kreisverwaltung bei der Stadt Friedrichshafen und dessen Gemeinderat, einen Bebauungsplan für das Projekt zu verabschieden.