Die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden in Form von Dienstleitungen, insbesondere durch Informationen, Beratung und umfassende Unterstützung durch einen persönlichen Ansprechpartner mit dem Ziel der (Wieder-)Eingliederung in Arbeit und in Form von Geld- oder Sachleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erbracht. Zuständig für die Gewährung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts sind die Leistungssachbearbeiter des Jobcenters. Sie nehmen die Anträge über die Bürgermeisterämter an und prüfen, berechnen und machen den finanziellen Anspruch der Grundsicherung für Arbeitsuchende zahlbar.

Die Leistungen werden i. d. R. als laufende Leistungen gewährt. Sie umfassen insbesondere die Regelbedarfe, etwaige Mehrbedarfszuschläge sowie angemessene Kosten für die Unterkunft. Bei Bedarf können einmalige Leistungen zusätzlich gewährt werden.

Folgende Leistungen werden nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) erbracht:

Regelbedarfe

Es gelten folgende Regelbedarfe in der Grundsicherung für Arbeitssuchende:

Regelbedarfsstufe/PersonenkreisHöhe des Regelbedarfs
ab 01.01.2018 
Höhe des Regelbedarfs
ab 01.01.2019

Regelbedarfsstufe 1

  • Alleinstehende
  • Alleinerziehende
  • Volljährige mit
    minder­jährigem Partner
416 Euro424 Euro

Regelbedarfsstufe 2

  • Volljähriger Partner
374 Euro382 Euro

Regelbedarfsstufe 3

  • Personen unter 25 Jahren,
    die ohne Zusicherung des
    Leistungsträgers umziehen
  • Volljährige bis zur Vollendung
    des 25. Lebensjahres
    (18 - 24 Jahre)
332 Euro339 Euro

Regelbedarfsstufe 4

  • Kinder im 15. Lebensjahr bis
    zur Vollendung des 18. Lebensjahres
    (14 - 17 Jahre)
316 Euro322 Euro

Regelbedarfsstufe 5

  • Kinder ab Beginn des 7. bis
    zur Vollendung des 14. Lebensjahres
    (6 - 13 Jahre)
296 Euro302 Euro

Regelbedarfsstufe 6

  • Kinder bis zur Vollendung
    des 6. Lebensjahres
    (0 - 5 Jahre)
240Euro245 Euro

Mehrbedarfszuschläge

Einen Mehrbedarf, der also nicht von den Regelbedarfen abgedeckt wird, kann das Jobcenter zusätzlich zum Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld gewähren:

  • bei Schwangerschaft
  • bei Alleinerziehung
  • für Menschen mit Behinderung (unter bestimmten Voraussetzungen)
  • für Menschen, die aus medizinischen Gründen einer kostenaufwändigen Ernährung bedürfen

 
Für laufende, unabweisbare und besondere Bedarfe kann darüber hinaus auf Antrag gegebenenfalls ein Sonderbedarf anerkannt werden.

Kosten der Unterkunft

Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden bei der Berechnung der Leistungen nach SGB II und SGB XII anerkannt, soweit diese angemessen sind. Dafür gibt es je nach Wohnort unterschiedliche Angemessenheitsgrenzen verbindliche Angemessenheitsgrenzen.

Sozialversicherungsbeiträge

Während des Leistungsbezuges sind Sie in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert und es erfolgen Meldungen zur Rentenversicherung. Bei Vorliegen der Voraussetzungen kann auch ein Zuschuss zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung übernommen werden.

Feststellung der Leistungsberechtigung

Das Einkommen und Vermögen wird zur Feststellung der Leistungsberechtigung herangezogen. Dabei gibt es beim Einkommen und Vermögen Frei- bzw. Schonbeträge, die bei der Anrechnung berücksichtigt werden. Einkommen wird angerechnet. Dies bedeutet, dass vom festgestellten Bedarf vorhandenes Einkommen abgezogen wird. Zum Einkommen zählen grundsätzlich alle Einnahmen in Geld wie z. B.

  • Arbeitslosengeld/Krankengeld
  • Erwerbseinkünfte
  • Einkünfte aus Selbstständigkeit
  • Kindergeld
  • Renten
  • Unterhaltszahlungen
  • Steuererstattungen, Zinseinkünfte
  • Sonstige Einkünfte (z. B. Mieteinnahmen, Schenkungen usw.)
     

Vorhandenes Vermögen muss aufgebraucht werden, bevor Leistungen nach dem SGB II gewährt werden können. Voraussetzung ist jedoch, dass das Vermögen auch verwertet werden kann. Ist dies zum Zeitpunkt der Leistungsberechtigung nicht möglich, können Leistungen darlehensweise gewährt werden. Vorhandenes Vermögen kann z. B. sein:

  • Sparguthaben und Barvermögen
  • Wertpapiere und Aktien
  • Immobilien und Grundvermögen
  • Sonstige Wertgegenstände (z. B. Schmuck, Kunstgegenstände, Pkw, usw.)

Beratungsstelle

Bei Fragen zur Antragstellung/zum Antragsverlauf steht Ihnen die Beratungsstelle zur Verfügung:
Gebäude Albrechtstraße 75
Tel.: 07541 204-0
jobcenter@bodenseekreis.de 

Weitere Infos

Soweit Kinder bis 25 Jahre im Haushalt leben, können auch Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragt werden.
Zu den Leistungen für Bildung und Teilhabe