Für die Beratung und Unterstützung der Leistungsberechtigten sind Fallmanagerinnen und Fallmanager verantwortlich. „Fördern und Fordern“ sind dabei die Kernelemente des Fallmanagements. Ziel ist eine schnellstmögliche und dauerhafte (Wieder-) Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt. Bereits direkt nach der Antragstellung kann ein Unterstützungsangebot erfolgen. Im Rahmen des Erstgesprächs werden Stärken und Potentiale herausgearbeitet und besprochen (Profiling) sowie der notwendige Eingliederungsbedarf geplant (Hilfeplanung). Schriftlich fixiert werden Eingliederungsmaßnahmen („Fördern“) in einer Eingliederungsvereinbarung, in der auch Rechte und Pflichten des Leistungsberechtigten sowie des  Jobcenters benannt werden. Das Fallmanagement überwacht auch den weiteren Eingliederungsverlauf und modifiziert ggf. vereinbarte Unterstützungsangebote. Das Fallmanagement kann auch Geldkürzungen (Sanktionen) veranlassen, wenn sich der  Leistungsberechtigte nicht an getroffene Absprachen hält („Fordern“).
 
Leistungen zur Eingliederung in Arbeit/Ausbildung können sein:

  • Bewerbungstraining
  • Aktivierungshilfen (z. B. Praktika)
  • Weiterbildungen und Qualifizierungen
  • Sprachkurse und Kombikurse
  • Einstiegsqualifizierungen 
  • Unterstützungen bei einer Ausbildung (ausbildungsbegleitende Hilfen, assistierte Ausbildung)
  • Arbeitsgelegenheiten
  • Einstiegsgeld
  • Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber
  • Seit 2019 stehen neue, intensive Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und langjährig Leistungsberechtigte zur Verfügung.

„Flankierende Leistungen“ können sein:

  • Betreuung minderjähriger oder behinderter Kinder oder die häusliche Pflege von Angehörigen
  • Schuldnerberatung
  • psychosoziale Betreuung
  • Suchtberatung

Zielgruppenorientierung

Im Jobcenter ist das Fallmanagement in Zielgruppen eingeteilt. Dies ermöglicht die passgenaue und kompetente Beratung und Betreuung der Leistungsberechtigten. Zielgruppen sind:

  • Jugendliche und junge Erwachsene (U 25)
  • Personen zwischen 25 und 49 Jahren
  • Ältere Hilfesuchende (Ü 50)
  • Allein Erziehende und Familien mit Kindern (Vereinbarkeit Familie und Beruf)
  • Personen mit Migrationshintergrund
  • Personen mit beruflichem Rehabilitationsbedarf
  • Selbstständige

Jugendliche und junge Erwachsene (U 25)

Der Schwerpunkt in der Beratung und Betreuung liegt in der dauerhaften und nachhaltigen Vermittlung in den ersten Ausbildungs- und ggf. Arbeitsmarkt. Hierbei können, je nach Bedarf, verschiedene Maßnahmen zum Einsatz kommen (Aktivierungshilfen, Einstiegsqualifizierung, ausbildungsvorbereitende und ausbildungsbegleitende Hilfen bis zum individuellen erfolgreichen Ausbildungsabschluss, Praktika, ...).
Darüber hinaus gibt es seit 2018 die „Jugendberufsagentur“. Hier werden nach dem Motto „Keiner soll verloren gehen“ rechtskreisübergreifende Kooperationen im Landkreis erfolgreich umgesetzt. Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht ein ihren individuellen Leistungsvoraussetzungen und ihrer Lebenslage angepasstes nachhaltiges Angebot.

Personen zwischen 25 und 49 Jahren

Die Fallmanager dieser Zielgruppe betreuen Personen zwischen 25 und 49 Jahren. Zur dauerhaften Eingliederung in Arbeit stehen Ihnen alle zuvor genannten Maßnahmen und Leistungen zur Verfügung. 

Ältere Hilfesuchende (Ü 50)

Die Fallmanager dieser Zielgruppe kümmern sich um die Integration älterer ALG II-Empfänger, d. h. der über 50-Jährigen. Neben der umfassenden Betreuung zielt die verstärkte Aktivierung darauf ab, ältere ALG II-Empfänger nachhaltig in adäquate Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. In Anlehnung an die vorhandene Berufserfahrung und die erworbenen Kenntnisse finden dazu passgenaue und qualitativ hochwertige Qualifizierungen statt.

Allein Erziehende und Familien mit Kindern (Vereinbarkeit Familie und Beruf)

Das Fallmanagement ist für die allein Erziehenden und Familien verantwortlich, wenn sich die Kinder noch im Grundschulalter befinden (bis 10 Jahre). Im Vordergrund steht hier die Sicherstellung der Kinderbetreuung.
Grundlage ist ein sehr gutes Netzwerk (Familientreffs, Jugendamt, Frauen- und Familienbeauftragte, Netzwerk Mobile),  um die  Leistungsberechtigten und deren Familien erfolgreich betreuen und vermitteln zu können. 

Personen mit Migrationshintergrund

Eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Vermittlung auf den Arbeitsmarkt ist die Beherrschung der deutschen Sprache.. Das Jobcenter greift hier auf die angebotenen Fördermaßnahmen und die bewährte Zusammenarbeit mit Sprachkursträgern und Bildungsträgern zurück.


Die Sprachkurse werden nach den Vorschriften des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst (z. B. kann ggf. eine Kinderbetreuung angeboten bzw. parallel eine Arbeitsgelegenheit vermittelt werden). Darüber hinaus werden auch kombinierte Maßnahmen zusammen mit der Arbeitsagentur angeboten. Dadurch soll eine dauerhafte Verbesserung der vorhandenen Sprachkenntnisse und nachhaltige Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden.

Personen mit beruflichem Rehabilitationsbedarf

In dieser Zielgruppe werden Leistungsberechtigte beraten und betreut, welche aufgrund von Verletzungen, Krankheiten, Beeinträchtigungen oder Behinderungen beruflich rehabilitiert werden müssen. Insbesondere sind hier die Kostenträgerfrage sowie die richtige Wahl der Eingliederungsmittel von hoher Bedeutung. Ziel ist es, dass auch Personen mit Rehabilitationsbedarf den Wiedereinstieg ins Berufsleben schaffen.
Menschen, die mit einer Behinderung leben oder von einer Behinderung bedroht sind, finden hier auch eine Ansprechstelle für Rehabilitation und Teilhabe gemäß § 12 SGB IX.  

Selbstständige

Es werden sowohl Selbständige als auch potenzielle Existenzgründer betreut. Im Vorfeld weiterer Planungen erfolgt die Prüfung der Geschäftsidee, die im Rahmen des Geschäftsplans umfassend schriftlich dargestellt werden soll.

Um die Rentabilität des Vorhabens zu bewerten, erfolgt eine Analyse des Marktgeschehens bzw. der Wettbewerbssituation am Standort.

 

Hotline

Bei Fragen zur Antragstellung/zum Antragsverlauf steht Ihnen die Hotline zur Verfügung:
Gebäude Albrechtstraße 75
Tel.: 07541 204-3800
jobcenter@bodenseekreis.de