Kleidertauschaktion zur europäischen Woche der Abfallvermeidung

EWAV - Was ist das?

EWAV steht für europäische Woche der Abfallvermeidung. Dies ist ein Projekt mit dem erklärten Ziel, das Thema des nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen unserer Welt durch vielfältige Aktionen der europäischen Öffentlichkeit zu präsentieren. Während einer bestimmten Novemberwoche dreht sich alles um das nachhaltige Abfallmanagement. In diesem Jahr fand die EWAV von 19. bis 27. November 2022 statt.

Die EWAV wurde von 2009 bis 2012 als 3-jähriges Projekt mit Unterstützung des LIFE+ Programms der Europäischen Kommission gestartet und von einer Gruppe aus 5 Projektparteien initiiert: ADEME (Frankreich, Projektkoordination), ACR+ (Europäisches Netzwerk, Sekretariat), ARC (Katalonien, Spanien), LIPOR (Großraum Porto, Portugal) und IBGE (Brüssel, Belgien). Die Hauptorganisation der EWAV liegt bei der Association of Cities and Regions for Recycling and sustainable Resource management (ACR+). Im ersten Jahr beteiligten sich 19 Behörden in 10 europäischen Ländern. Seitdem findet die EWAV jährlich im November statt. Seit 2010 wird sie auch in Deutschland koordiniert. Die öffentliche Aufmerksamkeit steigt jährlich, der Wiedererkennungswert ebenso. Nahezu alle europäischen Länder sind in die Aktionswoche involviert und erreichten 2021 gemeinsam eine Zahl von rund 12.400 Aktionen. In Deutschland wurden circa 1.500 Aktionen organisiert.

Aktionswoche unter dem Motto "Nachhaltige Textilien"

Das Motto der diesjährigen Europäischen Woche der Abfallvermeidung in Deutschland lautete Nachhaltige Textilien: Wiederverwendung statt Verschwendung! 

Mode ist heutzutage zum Wegwerfartikel verkommen. Laut einer Greenpeaceumfrage werden von den 5,2 Milliarden Kleidungsstücken der Deutschen  40 Prozent sehr selten oder nie getragen. 18 Prozent der Kleidungsstücke werden nur zweimal überhaupt, 20 Prozent seltener als einmal im Vierteljahr getragen. Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr. Repariert wird Kleidung nur noch sehr selten. Knapp zwei Drittel sortieren Kleidung aus, wenn sie nicht mehr gefällt, ein Drittel will einfach Platz schaffen im Schrank.

Immer mehr Kleidung wird im Internet bestellt – und immer häufiger werden Pakete zurück geschickt. Kaum jemand weiß allerdings, dass ein großer Teil der Retouren nicht wieder verkauft wird, sondern direkt im Müll landet. Nur knapp 70 Prozent der Retouren geht wieder in den Verkauf zurück. Als Hauptgrund dafür geben die von Greenpeace befragten Onlinehändler an, dass das Sichten und Neuverpacken der Waren zu arbeitsintensiv sei und sich daher oft nicht lohne.

Für den Handel rechnet sich nur, was günstig und in großen Mengen gefertigt werden kann. Werden die Waren nicht zügig verkauft, landen sie in der Entsorgung, um Lagerkosten zu sparen. Auch das Spenden des Warenbestands wird aus Steuergründen oft nicht in Erwägung gezogen.

Die gesamten Umfrageergebnisse können Sie hier herunter laden.

Aktiver Beitrag zum Umweltschutz

Das Abfallwirtschaftsamt beteiligte sich an der EWAV und hat alle Schulen und Vereine aufgerufen, einen kostenfreien Kleidertauschmarkt in der Zeit vom 19.- 25. November 2022 durchzuführen. Gesucht wurden Organisationen, die innerhalb dieser Zeit einen Raum zur Verfügung stellen, in dem Kinder oder deren Eltern nicht mehr benötigte Kleidung kostenfrei austauschen können. 


Diese Einrichtungen haben einen kostenlosen Kleidertauschmarkt durchgeführt:

Familientreff Tettnang Wilhelmstraße 6 88069 Tettnang
Familientreff Kunkelhaus Krummebergstraße 20 88662 Überlingen
Familientreff Owingen Schulstraße 3 88696 Owingen
Realschule Markdorf Ensisheimerstraße 30 88677 Markdorf

Ein großes Dankeschön für die Teilnahme! Auf diese Weise kamen einige schöne Kleiderstücke nochmals in den Umlauf!­