Theorieprüfung

  • Die Prüfung erfolgt im Multiple-Choice-Verfahren (Ankreuzsystem)
  • Die Prüfungsfragen beziehen sich auf folgende Gebiete; die Punktebewertung ist wie folgt festgelegt:
GebietAnzahl FragenMögliche PunkteMindestpunkte
a)  Allgemeines/Zulassung Bau- und Ausrüstung202016
b)  Schallzeichen, Lichterführung optische Signale10108
c)  Schifffahrtszeichen151512
d)  Ausweich- und Fahrregeln12129
e)  Umweltschutz, Seemannschaft12129
f)  Wetterkunde, Navigation10108
g)  Rheinstrecke (Alter Rhein/Seerhein)775
h)  Segeln allgemein202016
i)  Segeln Fahrregeln775

 
Die Segelfragen (Gebiete h) und i)) müssen nur von Bewerbern um das Patent der Kategorie D (Segelfahrzeuge) beantwortet werden; Inhaber des DSV-A-Scheins, des Sportbootführerschein-Binnen für Segelfahrzeuge oder des Sportküstenschifferscheines sind davon ausgenommen.

  • Für die Beantwortung der Prüfungsfragen stehen folgende Zeiten zur Verfügung: Allgemeiner Teil 60 Minuten, Segelfragen 20 Minuten.
  • Die Prüfung ist bestanden, wenn die vorgeschriebenen Mindestpunktzahlen in allen Fachgebieten erreicht werden; ein Punkteausgleich innerhalb der einzelnen Prüfungsgebiete ist nicht möglich.
  • Die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel sowie Gespräche mit dem Nebensitzer führen automatisch zum Ausschluss aus der Prüfung.

Praktische Prüfung

Allgemeines 

Die praktischen Prüfungen sind auf patentpflichtigen und zugelassenen Booten jener Kategorie abzulegen, für welche das Schifferpatent erworben werden soll. 
 

Das Prüfungsboot 

Ist vom Bewerber zu stellen. Es muss ausreichend Platz für mindestens 3 Personen haben. Die Prüfung wird nur in Begleitung eines Patentinhabers als verantwortlichem Schiffsführer abgenommen. Anleitende oder unterstützende Maßnahmen, die dem Zweck der Prüfung zuwiderlaufen, führen zum Abbruch der Prüfung. 
 

Bewertung der praktischen Prüfung 

Zum Bestehen der Prüfung ist es erforderlich, dass der Bewerber zur praktischen Anwendung der zur sicheren Führung eines Sportbootes erforderlichen Kenntnisse fähig ist. Ergibt die Prüfung, dass er die vorgeschriebenen Manöver und Fertigkeiten nicht beherrscht, so gilt die Prüfung als nicht bestanden. 

Praktische Motorbootprüfung

Anlegen Backbord und Anlegen Steuerbord 

Diese Manöver können sowohl an einer Kaimauer, an einem Steg, einem Pfahl als auch einem anderen Schiff erfolgen. Für diese Manöver haben Sie drei Versuche. Zwei, einer von jeder Seite, müssen ausreichend sein.
 

Ablegen über Steuerbord und über Backbord 

Das Ablegemanöver wird wie folgt gefahren: "Kurzes vorwärts Eindampfen", rückwärts Absetzen, vorwärts wegfahren.
 

"Mann über Bord"-Manöver 

Bei diesem Manöver wird verlangt, dass beim Überbordgehen des Ringes das Getriebe ausgekuppelt und das Heck weggedreht wird. Um den Ring wieder aufzunehmen, ist gegen den Wind anzufahren. Der Ring muss mit der Hand aufgenommen werden, bei hochbordigen Schiffen kann der Bootshaken zugelassen werden. Für dieses Manöver haben Sie zwei Versuche, einer muss ausreichend sein.
 

Weitere Manöver 

Kursfahren; Wenden auf engem Raum; Allgemeines Verhalten im Verkehr; Rückwärtsfahren mit Richtungsänderungen; Ankermanöver; Einfahren in einen freien Liegeplatz (Box); Anlegen einer Rettungsweste; Anlegen eines Sicherheitsgurtes (lifebelt).
 

Navigation 

Diese zusätzlichen Manöver (Kreuzpeilung und Kursfahren) werden nur von Bewerbern verlangt, die eine Prüfbescheinigung für die Prüfung zum amtlichen Sportbootführerschein See wollen. (Bei Nichtbestehen oder bei fehlendem Peilkompass kann später keine Bescheinigung für den ASBF See erteilt werden. Dies hat keine Auswirkungen für die Prüfung zum Bodenseeschifferpatent). Das Bestehen des Prüfungsteiles Navigation wird im Bodenseeschifferpatent nicht vermerkt.

Praktische Segelprüfung

Allgemeines 

Die praktische Segelprüfung für die Kategorie D kann nur durchgeführt werden, wenn ausreichend Wind vorhanden ist. D. h., es muss genügend Fahrt im Schiff sein, um die Prüfungsmanöver durchzuführen. Gegebenenfalls muss die Prüfung abgebrochen werden.
 

"Mann über Bord"-Manöver 

Es werden jeweils ein Manöver mit Kuhwende und eines mit Rettungshalse gefahren. Für jedes Manöver haben Sie zwei Versuche, einer muss ausreichend sein. (Sie müssen den Ring mit der Hand oder bei hochbordigen Schiffen mit dem Bootshaken aufnehmen können.) Das Schiff sollte dabei stehen. Bei einem Manöver wird ein Totalaufschießer gefahren. Die Manöver können aus verschiedenen Kursen eingeleitet werden.
 

Zusätzliche Manöver

  • Ankermanöver
  • Beidrehen 
  • Fahren verschiedener Kurse
  • Manöverkreis
  • Reffen unter Fahrt
  • Segel bergen
  • Segel setzen
  • Segel wechseln
  • Vorwindkurs mit Schiften

Knoten

Von jedem Prüfungsbewerber werden folgende Knoten geprüft:

  • Achtknoten
  • Belegen an einer Klampe
  • Doppelter Schotstek
  • Kreuzknoten
  • Palstek
  • Schotstek
  • Webleinstek, Roringstek
     

Knoten sind ein wesentlicher Bestandteil der Prüfung. Wer keine ausreichenden Knotenkenntnisse hat, kann die Prüfung nicht bestehen. Die Knoten müssen mit ausreichend langen Leinen gezeigt werden.