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Talkrunde in Markdorf mit Angehörigen von Suchtkranken zu Co-Abhängigkeit

Zum Thema Co-Abhängigkeit finden am Freitag, 18. November 2011 in Ravensburg und am 9. Dezember 2011 in Markdorf Informationsveranstaltungen statt. Angehörige von Suchtkranken berichten dort über ihren Weg aus der Co-Abhängigkeit. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:00 Uhr und finden im Cafe im Spital in der Ravensburger Bachstraße 57 beziehungsweise im Haus im Weinberg, Weinsteig 1 in Markdorf statt. Moderiert werden die Talkrunden vom psychologischen Psychotherapeuten Armin Kuhn vom Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg, der bereits seit mehr als 20 Jahren in der Suchthilfe aktiv ist. Organisiert wurden diese Veranstaltungen von der Suchtselbsthilfe des Landkreises Ravensburg und des Bodenseekreises. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der Weg in die Co-Abhängigkeit ist fast immer ähnlich: jemand ist suchtkrank und Menschen aus seinem Umfeld - meist Angehörige - wollen ihm mit allen Mitteln helfen. Dabei machen sie den suchtkranken Menschen zum Mittelpunkt ihres Lebens und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinter die des anderen. Wenn dieses Verhalten zwanghaft und die Lebensqualität des Helfenden massiv beeinträchtigt ist, spricht man von Co-Abhängigkeit.

Co-abhängige Menschen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich für andere aufopfern, sei es für die Familie, für die Kollegen oder für Freunde und Bekannte. Sie konzentrieren sich so stark auf die Bedürfnisse der Anderen, dass sie den Bezug zu ihren eigenen Bedürfnissen verlieren. Nicht selten äußert sich Co-Abhängigkeit durch eine psychosomatische Erkrankung. Der Co-Abhängige benötigt spätestens dann ebenso wie der Suchtkranke Hilfe und Therapie.

Selbsthilfegruppen und Suchthilfeeinrichtungen bieten Hilfen für Angehörige und Partner an, die einen Weg aus dieser Situation suchen. Andreas Köster, Sozialdezernent des Bodenseekreises unterstreicht die Bedeutung der Selbsthilfe: „Die Statistik belegt, dass abhängigkeitskranke Menschen, die sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, eine ungleich größere Chance haben, in Zukunft ein abstinentes Leben zu führen.“