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Sicherheitskonferenz der Polizei und des Landratsamtes Bodenseekreis

Der Bodenseekreis ist sicher und das soll auch so bleiben. Einen Beitrag dazu will die erste „Sicherheitskonferenz“ leisten, zu der sich Polizei und Landratsamt am Dienstag, 20. Juli 2021, getroffen haben. Von Autoposing, Betrug, Cyberkriminalität bis zur Stärkung der Zivilcourage reichte der breite Strauß an Themen. Konkrete Ergebnisse sollen jetzt in Arbeitsgruppen erarbeitet werden.

Vom Polizeipräsidium Ravensburg kamen Polizeipräsident Uwe Stürmer sowie Vertreter der Schutzpolizeidirektion, des Führungs- und Einsatzstabes und des Referats Prävention ebenso wie die Leiter der Polizeireviere in Überlingen und Friedrichshafen sowie die Koordinatorin für jugendliche Intensivtäter der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen ins Landratsamt. Landrat Lothar Wölfle sowie die Dezernentin und Dezernenten der Kreisverwaltung waren die Gesprächspartner aus dem Bodenseekreis. „Die Zusammenarbeit ist pragmatisch und unkompliziert“, haben sich beide Seiten gegenseitig bestätigt. Das habe sich jüngst etwa bei der Baumbesetzung im Weingartenwald bei Hagnau bewährt. Bereits jetzt bestehen Arbeitsgruppen zu den Themen Lebensmittelüberwachung oder Jugendkriminalität. Weitere sollen folgen, so etwa zur Cybersicherheit oder bedarfsorientiert zu einer Sicherheitspartnerschaft. Welche Schäden durch Hackerangriffe angerichtet werden können, musste jüngst eine mittelständische Unternehmensgruppe im Landkreis Ravensburg erfahren oder auch der Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Mit verschiedenen Veranstaltungen will die Sicherheitskonferenz für mehr Sensibilität für dieses wichtige Zukunftsthema sorgen.

Wie Polizeipräsident Stürmer in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Bodenseekreises berichtet, mache ihm die Zahl der „jugendlichen Intensivtäter“ im Landkreis Sorgen. Dies sind aktuell etwa zehn Personen. Darunter versteht die Polizei junge Menschen, die in einem bestimmten Zeitraum mit einer festgeschriebenen Anzahl von Straftaten aus bestimmten Deliktsbereichen aufgefallen sind. Da bei den Strafverfahren die Jugendgerichtshilfe des Landkreises mit eingebunden werden muss, gibt es in diesen Fällen bereits einen guten Kontakt zwischen Polizei und Landratsamt. Die bisher bereits praktizierte Zusammenarbeit mit der Führerscheinbehörde soll in diesem Kontext noch weiter intensiviert werden. Denn nach dem Straßenverkehrsgesetz darf nur der ein Kraftfahrzeug führen, der dazu „charakterlich geeignet“ ist. Auffälliges Verhalten durch wiederholte Straftaten stellt eine derartige charakterliche Eignung regelmäßig infrage und kann somit führerscheinrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen. Ähnliches gilt auch für die sogenannte „Auto-Poserszene“, die jüngst in Friedrichshafen aufgefallen ist. Der Landkreis wird dazu den Verkehrssicherheitsrat einberufen, um hier im Verbund gegenzusteuern. Mit gemeinsamen Aktionen werden der Bodenseekreis und die Polizei zu mehr Zivilcourage aufrufen und Menschen, die sich beispielgebend engagiert haben, künftig öffentlich auszeichnen und würdigen.

Polizeipräsident Stürmer und Landrat Wölfle zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sicherheitskonferenz. „Wir können gut miteinander und unser noch enger abgestimmtes Vorgehen wird die Sicherheit im Bodenseekreis weiter verbessern“, so das Fazit der beiden Behördenleiter.