Für ihren Einsatz beim Jahrhunderthochwasser und Starkregenereignis im Mai und Juni 2024 haben 366 Rettungskräfte aus dem Bodenseekreis die Bevölkerungsschutz-Einsatzmedaille des Innenministeriums Baden-Württemberg erhalten. Der beherzte und professionelle Einsatz der Frauen und Männer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DLRG hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Fluten ohne Opfer und ohne übermäßige Schäden bewältigt werden konnten. Bei den Einsätzen in Meckenbeuren, Kressbronn, Salem sowie Oberteuringen wurden die örtlichen Rettungsteams durch Kräfte aus vielen Teilen des Landkreises und darüber hinaus unterstützt. Im Rahmen einer Feierstunde am 29. Januar 2026 hat Landrat Luca Wilhelm Prayon gemeinsam mit Regierungspräsident Klaus Tappeser die Medaillen an die Retter und Helfer überreicht und sich herzlich für den persönlichen Einsatz bedankt.
Rund 250 Einsatzkräfte waren der Einladung des Landrats in die Ludwig-Roos-Halle in Friedrichshafen-Ettenkirch gefolgt. Sie gehören den Feuerwehren Eriskirch, Friedrichshafen, Kressbronn, Meckenbeuren, Oberteuringen, Salem, Sipplingen, Tettnang und der Werkfeuerwehr ZF sowie den THW-Ortsverbänden Friedrichshafen und Überlingen, der DLRG Bodenseekreis und dem Führungsstab der Rettungskräfte im Landkreis an. Der Landrat wies in seiner Ansprache vor rund 300 Gästen darauf hin, dass der überwiegende Teil der Einsatzkräfte ehrenamtlich arbeitet und in der Freizeit die eigene Gesundheit und manchmal sogar das Leben einsetzt, um anderen zu helfen. In sehr persönlichen Worten bedankte er sich dafür und spannte den Bogen zur aktuellen Zeit:
„Gerade wenn weltpolitische Wirrungen und unberechenbare Naturgewalten Verunsicherung bringen, ist es wichtig, dass es Institutionen und Menschen gibt, auf die man sich verlassen kann. Das gibt uns allen Sicherheit im direkten und im übertragenen Sinn. Dafür gebührt Ihnen unser aller Respekt und Dank.“ Wie gut die Fluten im Frühsommer 2024 im Bodenseekreis bewältigt wurden, habe gezeigt, auf welch hohem und verlässlichem Niveau die Rettungskräfte im Bodenseekreis arbeiten, so der Landrat. Bei beiden Überschwemmungen seien in kürzester Zeit aus vielen Ortsgruppen große, professionelle Teams geworden.
Rückblick: Einsatz Meckenbeuren und Salem
Das Jahrhunderthochwasser insbesondere der Schussen in Meckenbeuren ab dem 31. Mai 2024 rief rund 230 Einsatzkräfte mit etwa 60 Fahrzeugen auf den Plan. In Salem lag der Schwerpunkt auf der Siedlung in der Markgrafenstraße. Etwa drei Kilometer Schläuche wurden hier eingesetzt. An mehreren Tagen wurden rund 350 Einsatzstellen bewältigt. In den kreiseigenen Abfüllanlagen in Überlingen und Tettnang wurden dafür aus 450 Tonnen Sand 30.000 Hochwassersäcke hergestellt. Von der Feuerwache Markdorf aus koordinierte der Führungsstab den gesamten Einsatz.
Rückblick: Einsatz Oberteuringen
Am 26. Juni 2024 waren bei einem plötzlichen Starkregenereignis rund um den Gehrenberg 180 Einsatzkräfte an über 100 Einsatzstellen gefordert. Binnen 1,5 Stunden waren ganze Ortsteile von Oberteuringen überflutet. Vier Menschen mussten aus bedrohlichen Situationen gerettet werden, ein ganzer Campingplatz wurde evakuiert.
Insgesamt waren bei diesen Überschwemmungsereignissen rund 1.200 Rettungskräfte gefordert. Auch das DRK und die Johanniter-Unfall-Hilfe sowie die Polizei rückten aus. Wer 24 Stunden oder mehr im Einsatz war, wurde durch das Innenministerium mit der Bevölkerungsschutz-Medaille ausgezeichnet.
Bildinfo: Mitglieder der Jugendabteilungen von Feuerwehr und THW haben die Medaillen an die Einsatzkräfte überreicht. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis)