Wie können überschüssige, aber noch genießbare Lebensmittel sinnvoll weitergegeben werden? Und was kann ich ganz konkret in meiner Stadt oder Gemeinde gegen Lebensmittelverschwendung tun? Antworten auf diese Fragen geben das Abfallwirtschaftsamt und das Landwirtschaftsamt des Bodenseekreis – und laden Bürgerinnen und Bürger zu einem Infoabend am Donnerstag, 5. März 2026 um 18 Uhr ins Mehrgenerationenhaus Markdorf (Spitalstraße 3) ein. Dort stellen die Ämter ein neues Förderprogramm vor, mit dem der Bodenseekreis künftig den Aufbau und Betrieb von Fairteiler-Schränken im Landkreis unterstützt.
Eingeladen sind engagierte Privatpersonen, Initiativen, Vereine sowie bereits aktive Fairteiler-Betreiber, die sich informieren oder vernetzen möchten. Eine Anmeldung ist bis spätestens 2. März unter Tel. 07541 204-5489 oder per E-Mail an jasmin.bisanz@bodenseekreis.de möglich.
Ziel ist es, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und überschüssige Lebensmittel dort weiterzugeben, wo sie noch gebraucht werden. Gefördert werden die Anschaffung und Ausstattung der Schränke ebenso wie begleitende Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.
Was sind Fairteiler-Schränke?
Fairteiler-Schränke sind öffentlich zugängliche Abgabestellen, an denen Lebensmittel kostenfrei und unkompliziert geteilt werden können. Sie ergänzen bestehende Angebote wie Tafeln und Foodsharing-Gruppen und laden dazu ein, im Alltag Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig stärken sie das Miteinander in Nachbarschaften und Quartieren.
Wie fördert der Kreis?
Im Rahmen des Programms können Privatpersonen, Initiativen und Vereine im Bodenseekreis Unterstützung für die Anschaffung, Ausstattung und Instandhaltung von Fairteiler-Schränken beantragen. Ergänzend stellt der Kreis ein Informationspaket mit Leitfäden zur richtigen Nutzung, zu Hygieneanforderungen und zur rechtlichen Absicherung bereit.
Warum ist das wichtig?
Lebensmittelverschwendung ist längst mehr als ein Randthema. Nach Angaben des Umweltbundesamt fielen in Deutschland im Jahr 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Mit etwa 58 Prozent entsteht der größte Anteil in privaten Haushalten. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wäre knapp die Hälfte davon vermeidbar.
Die Gründe reichen von übervollen Einkaufswagen bis zu überhöhten optischen Ansprüchen an Form und Farbe. Die Folgen sind deutlich: Wertvolle Ressourcen wie Wasser, Ackerflächen, Dünger und Energie werden unnötig verbraucht, Treibhausgase entstehen – und wirtschaftliche Verluste ebenfalls. Bund und Land haben sich deshalb ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Menge weggeworfener Lebensmittel bis 2030 deutlich zu senken.
Dafür ist auch auf kommunaler Ebene Engagement gefragt: Nach § 9 des Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetzes (LKreiWiG) sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in Baden-Württemberg verpflichtet, wirksame Anreize zur Abfallvermeidung zu schaffen. Die Förderung von Fairteiler-Schränken ist ein solcher Anreiz – praktisch, sichtbar und niedrigschwellig.
Foto: Weltladen Immenstaad