Mit den warmen Tagen beginnt in der Natur die Brut- und Setzzeit. Viele heimische Wildtiere bringen jetzt ihren Nachwuchs zur Welt. Für Jungtiere ist diese Zeit besonders sensibel – schon kleine Störungen durch Menschen oder freilaufende Hunde können für sie lebensgefährlich werden. Das Forstamt Bodenseekreis bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger, in den kommenden Monaten besonders rücksichtsvoll in Wald, Feld und Wiesen unterwegs zu sein.
Wichtig ist vor allem, sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad auf den Wegen zu bleiben und Hunde – besonders in Waldnähe und auf Wiesen – an der Leine zu führen. Wer ein Jungtier entdeckt, sollte Abstand halten, Ruhe bewahren und sich langsam zurückziehen. Die Tiere dürfen auf keinen Fall angefasst oder gar mitgenommen werden.
Denn viele Wildtiere setzen gezielt auf Tarnung statt auf Flucht. Rehkitze, Junghasen oder Wildschweinfrischlinge liegen oft regungslos im hohen Gras oder im Unterholz. Für Spaziergänger wirken sie deshalb manchmal verlassen. Tatsächlich sind die Muttertiere meist in der Nähe und kehren regelmäßig zurück.
Geraten Jungtiere jedoch durch Menschen oder Hunde in Stress, kann das schwerwiegende Folgen haben: Sie werden von ihren Müttern getrennt, verletzt oder verlassen ihr sicheres Versteck zu früh.
Jungtiere brauchen Ruhe
Bereits ab Februar kommen die ersten Junghasen zur Welt. Rehkitze werden ab etwa Ende April häufig im hohen Gras von Wiesen oder an Waldrändern abgelegt. Auch Wildschweine ziehen im Frühjahr ihren Nachwuchs im schützenden Unterholz auf.
Alle diese Tiere haben eines gemeinsam: Sie sind darauf angewiesen, in ihren ersten Lebenswochen möglichst nicht gestört zu werden. Umso wichtiger ist es daher, dass der Mensch Rücksicht nimmt und die Ruhe- sowie Lebensräume nicht stört.
Die Umwelt- und Forstfachleute des Landratsamts danken allen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Gästen des Bodenseekreises für ihr rücksichtsvolles Verhalten.
Weitere Infos zu den Wildtieren in Baden-Württemberg unter https://www.wildtierportal-bw.de