In den vergangenen Tagen wurden an mehreren Uferabschnitten in Friedrichshafen tote Fische entdeckt. Bei den betroffenen Tieren handelt es sich überwiegend um Karpfen. Hinweise auf Schadstoffe oder andere äußere Einflüsse liegen nicht vor. Um auszuschließen, dass Viruskrankheiten eine Rolle spielen, werden derzeit noch Untersuchungen durch das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt (STUA) Aulendorf durchgeführt. Entsprechende Erreger wurden bislang nicht nachgewiesen. Wie bereits bei einem vergleichbaren Geschehen im Frühjahr 2024 ist daher von einer natürlichen Ursache auszugehen.
Karpfen sind Warmwasserfische. Das bedeutet, dass sie sich besonders bei höheren Wassertemperaturen wohlfühlen. Im Bodenseeraum leben sie jedoch an der Grenze dessen, was sie an niedrigen Temperaturen noch gut vertragen.
Gerade im Frühjahr kann diese Phase für die Tiere belastend sein: Nach dem Winter sind die Energiereserven der Fische oft erschöpft, während das Wasser noch sehr kalt ist. Der Stoffwechsel der Karpfen läuft bei niedrigen Temperaturen langsamer ab, die Tiere sind geschwächt und können sich schlechter an wechselnde Bedingungen anpassen. Kommen dann zusätzlich Temperaturschwankungen oder ein knappes Nahrungsangebot hinzu, steigt die Anfälligkeit für Erkrankungen. Ein Teil der Fische übersteht diese Phase nicht.
Mit steigenden Wassertemperaturen ziehen sich die verbliebenen Tiere in der Regel wieder ins Freiwasser zurück. Auch das vermehrte Auftreten von Karpfen in Hafen- und Uferbereichen nach dem Winter ist daher ein natürliches, jahreszeitlich bedingtes Verhalten.
Bildinfo: Aktuell sind vermehrt Karpfen in Häfen- und Uferbereichen zu sehen - ein natürliches, jahreszeitlich bedingtes Verhalten. Foto: Landratsamt Bodenseekreis