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Straßenwärter trainieren Gefahrensituationen

Der fließende Verkehr ist für Straßenwärter täglicher Arbeitsplatz und ständige Gefahrenquelle zugleich. Wie schnell Routine dabei zu gefährlichen Fehleinschätzungen führen kann, haben Ende April rund 60 Mitarbeiter aus dem Bodenseekreis bei einem Sicherheitstraining in der Straßenmeisterei Markdorf erlebt.

Vom 28. bis 30. April machte dort das „Risikodrom Straßenunterhaltungsdienst“ der Unfallkasse Baden-Württemberg Station. Mitarbeitende der Straßenmeistereien Markdorf, Tettnang und Überlingen trainierten typische Gefahrensituationen aus ihrem Berufsalltag. Allerdings nicht auf der Straße, sondern in der Halle der Straßenmeisterei, da sich viele kritische Situationen im realen Verkehr nicht gefahrlos nachstellen lassen.

Durchgeführt wurde das Training von Verkehrspsychologe Sebastian Rabe und Sicherheitstrainer Heiko Klick. Mithilfe von 360-Grad-Panoramamedien simulierten sie realistische Einsatzszenarien aus dem Straßenunterhalt und werteten diese gemeinsam mit den Teilnehmenden aus. Im Zentrum des Trainings stand die Frage, wie gut Risiken im Arbeitsalltag tatsächlich eingeschätzt werden und an welchen Stellen Routine zu Fehleinschätzungen führen kann.

Trainiert wurde unter anderem, wann ein sicheres Aussteigen aus dem Fahrzeug möglich ist, wie Verkehrsteilnehmende Arbeitsstellen wahrnehmen und wie sich Zeitdruck oder Multitasking auf die eigene Gefahreneinschätzung auswirken. Denn im Straßenunterhalt müssen Beschäftigte häufig mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten: ihre eigentliche Arbeit und den fließenden Verkehr.

„Viele unterschätzen, wie anspruchsvoll und zugleich risikoreich die Arbeit unserer Straßenwärter ist“, sagt Tobias Gähr, Leiter des Straßenbauamts Bodenseekreis. „Das Risikodrom macht sehr anschaulich, wie schnell Routine zu Fehleinschätzungen führen kann und wie wichtig es ist, das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen.“
Zudem wurde betrachtet, wie Arbeitsstellen aus Sicht der Verkehrsteilnehmenden wahrgenommen werden. Denn selbst gut sichtbare Fahrzeuge, Warnleuchten und Absicherungen können in realen Verkehrssituationen verdeckt oder erst spät wahrgenommen werden.

Anders als bei klassischen Schulungen geht es im Risikodrom nicht um starre Vorgaben, sondern darum, gemeinsam Erfahrungen aus der Praxis zu reflektieren und Handlungssicherheit für kritische Situationen zu gewinnen. Ziel des Trainings ist es, die Mitarbeitenden für Risiken im Straßenunterhalt zu sensibilisieren und einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit zu leisten.

 

Foto: Landratsamt Bodenseekreis