Bunte Blumenwiesen im Blick: Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Bruns (CDU) zu Gast beim LEV

Medieninformation des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) Bodenseekreis

Anfang Oktober hat der CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Bruns die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle des LEV Bodenseekreis im Gelände bei Owingen getroffen, um sich gegenseitig kennenzulernen und einen Einblick in die Arbeit des Landschaftserhaltungsverbands vor Ort zu gewinnen. Zum Auftakt erläuterte der LEV-Geschäftsführer Daniel Doer die drittelparitätische Zusammensetzung des Verbands aus Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz. Der LEV setzt sich für die gemeinschaftliche und kooperative Umsetzung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Bodenseekreis ein. Am Beispiel des FFH-Teilgebiets Gegez veranschaulichten die Mitarbeitenden die Arbeit des LEV Bodenseekreis mit den Schwerpunkten NATURA 2000 und Biotopverbund.

FFH-Mähwiesen und Wiederherstellung von Verlustflächen

Gleich zu Beginn stellt die LEV-Gebietsbetreuerin Jasmin Seif mit dem FFH-Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiese“ (kurz: FFH-Mähwiese) einen Lebensraum vor, der dem Naturschutz aktuell große Sorgen bereitet. Denn viele dieser blüten- und artenreichen Heuwiesen sind mittlerweile verloren gegangen. „Wenn man eine ausreichende Artenzahl, genug Magerkeit zeigende und nicht zu viele Nährstoffreichtum anzeigende Arten findet, dann wird die Fläche als FFH-Mähwiese kartiert“, erläutert die stellvertretende LEV-Geschäftsführerin Seif. Wird bei einer Wiederholungskartierung festgestellt, dass diese Kriterien nicht mehr erfüllt sind, dann handelt es sich um eine sogenannte Verlustfläche.

Herr Doer erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und verwies darauf, dass Deutschland bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt worden sei, weil es sich nicht ausreichend um den Schutz und Erhalt der FFH-Mähwiesen gekümmert habe. „Es ist mit empfindlichen Strafzahlungen zu rechnen, nur die Höhe wurde noch nicht verkündet“, ergänzt Landschaftsökologe Doer. Da Baden-Württemberg in der Europäischen Union eine hohe Verantwortung für den Erhalt von FFH-Mähwiesen hat, werden in Kooperation mit den Landbewirtschaftenden große Anstrengungen unternommen, die FFH-Mähwiesen wiederherzustellen. In erster Linie werden hierfür Bewirtschaftungsvereinbarungen in Form von unentgeltlichen Rückholverträgen zwischen den bewirtschaftenden Landwirten und der Unteren Naturschutzbehörde abgeschlossen. Die Verträge und sonstigen Arbeiten werden vom LEV Bodenseekreis federführend vorbereitet, was im landesweiten Vergleich eine Besonderheit darstellt. „Ich kann mir vorstellen, dass das für Sie als Mitarbeiter eines Verbands manchmal eine herausfordernde Aufgabe sein kann“, ist sich Herr Prof. Bruns MdL sicher.

Biotopverbundplanung am Beispiel Owingen

Einen Einblick in einen ganz anderen Arbeitsbereich gibt anschließend Herr Ueber als Biotopverbundbotschafter des LEV. Anhand eines Ausdrucks vom Entwurf des Maßnahmenplans der gerade entstehenden Biotopverbundplanung erläutert er die verschiedenen Elemente der Fachplanung. Diese wird in Owingen gemeinsam mit den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Überlingen und Sipplingen durch das Planungsbüro 365Grad freiraum + umwelt erstellt. Den Kern der Verbundplanung stellen Verbindungsachsen und Trittsteine zwischen Kernflächen dar, die beispielsweise beim Biotopverbund mittlerer Standorte aus FFH-Mähwiesen und Streuobstwiesen bestehen. „Dabei werden auch Maßnahmen für die Verbindung von Lebensräumen ausgewählter Zielarten, hier z.B. des Neuntöters und des Schachbrettfalters, entworfen“, erläutert LEV-Mitarbeiter Ueber.

Magerrasen-Entwicklung am Steilhang

An einem nahe gelegenen Steilhang wurden Entwicklungsmaßnahmen für Kalk-Magerrasen als weiterem Lebensraumtyp der FFH-Richtlinie erläutert. Frau Seif führt aus, dass der zuvor verbrachte und verbuschte Steilhang vor einigen Jahren nach viel Überzeugungsarbeit freigestellt worden ist. Hierfür wurden die Büsche reduziert und eine für Magerrasen passende Pflege durch einschürige Mahd in Handarbeit eingeführt. Diese Fläche ist sowohl im Managementplan für das FFH-Gebiet als auch im Biotopverbundplan als Entwicklungsfläche für Magerrasen dargestellt. „Der Hang ist auf einem guten Weg, sich zu einem artenreichen Magerrasen zu entwickeln und gleichzeitig den Zielarten Neuntöter und Schachbrettfalter Lebensraum zu bieten“, resümiert Frau Seif.

Zum Abschluss bedankt sich Herr Prof. Bruns MdL für die vielen Eindrücke und Einblicke in die Arbeit des LEV Bodenseekreis.

 

Bildinfo: Gruppenfoto im FFH-Teilgebiet Gegez mit (v.l.n.r.): Thomas Ueber (Biotopverbundbotschafter LEV), Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Bruns und Daniel Doer (LEV). Foto: LEV Bodenseekreis.