Rote Sitzbänke im Bodenseekreis: „Kein Platz für Gewalt an Frauen“

Sprichwörtlich „Keinen Platz …“ haben diese knallrot gestrichenen Bänke. Denn die Sitzfläche ist verkürzt und an der Rückenlehne ist deutlich zu lesen, wofür es hier keinen Platz gibt, nämlich Gewalt an Frauen! Die auffälligen Sitzmöbel sind eine Initiative des Bodenseekreises, um das Thema im öffentlichen Bewusstsein halten und Betroffene zu ermutigen, ihr Schweigen zu brechen und sich Hilfe zu holen. Ein Link an der Bank führt zu Informationen und Unterstützungsangeboten für Gewaltopfer. Insgesamt 18 solcher Bänke werden in diesem Sommer an prominenten Stellen im Bodenseekreis aufgestellt. Infos zum Thema Gewalt an Frauen sowie der aktuellen Initiative gibt es unter www.bodenseekreis.de/kein-platz-fuer-gewalt

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in ganz Deutschland ein drängendes Problem, der Bodenseekreis ist da keine Ausnahme. Besonders die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt - darunter Körperverletzung, Stalking, Nötigung und Bedrohung - nimmt stetig zu. Laut dem aktuellen Lagebild des Bundeskriminalamtes wurden im Jahr 2024 360 Frauen und Mädchen Opfer von Tötungsdelikten. Die Dunkelziffer der Gewalttaten ist riesig. Deshalb soll die Initiative im Bodenseekreis nicht nur auf das Problem aufmerksam machen, sondern Betroffene ermutigen, die Taten anzuzeigen und darüber zu sprechen.

Gebaut werden die roten Bänke in der kreiseigenen Claude-Dornier-Berufsschule in Friedrichshafen. Rund 50 junge Menschen sind an den Metall-, Holz-, Maler- und Designarbeiten beteiligt. Darunter auch eine inklusive, berufsvorbeireitende Kooperationsklasse für Jugendliche mit besonderen pädagogischen Bedarfen. Die rund 500 Euro Materialkosten pro Bank werden durch die NOVA VITA Stiftung und den Verein für Kommunale Kriminalprävention Bodenseekreis zur Verfügung gestellt. Koordiniert wird das Projekt durch die Frauen- und Familienbeauftragte des Bodenseekreises, Veronika Wäscher-Göggerle.