Straßenbauer besuchen Kollegen in Polen

Im Rahmen der Kreispartnerschaft mit dem polnischen Landkreis Tschenstochau reiste eine Delegation des Straßenbauamts Bodenseekreis vom 22. bis 24. April 2026 zu einem fachlichen Austausch nach Polen. Damit wurde die inzwischen mehr als zwanzigjährige Tradition gegenseitiger Besuche und fachlicher Austausche fortgesetzt. Themen des diesjährigen Treffens waren aktuelle Straßenbauprojekte zur nachhaltigen Mobilität, der Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur, Fragen des Straßenbetriebs sowie die Herausforderungen bei der Finanzierung öffentlicher Investitionen. „Gerade angesichts steigender Bau- und Unterhaltungskosten sowie wachsender Anforderungen an eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist der innereuropäische Erfahrungsaustausch wertvoll, um unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen“, sagt dazu Tobias Gähr, Chef des hiesigen Straßenbauamts. 

Ein Schwerpunkt des Austauschs war die Radinfrastruktur. In Polen wird seit mehreren Jahren verstärkt in moderne Radwege investiert, die sowohl im Alltag als auch für Freizeit und Tourismus zunehmend an Bedeutung gewinnen. In Olsztyn stellte die polnische Seite ein Radwegeprojekt mit Investitionskosten von 2,33 Millionen Złoty vor, was rund 550.000 Euro entspricht. Ähnlich wie im Bodenseekreis teilen sich dort Land, Landkreis und Gemeinden die Finanzierung der Radwegeinfrastruktur. 

Die Sanierung einer Kreisstraße wurde in der Gemeinde Koniecpol in Augenschein genommen. Hier wird mit polymermodifiziertem Asphalt gearbeitet, der eine höhere Belastbarkeit und längere Lebensdauer hat. In der Gemeinde Blachownia besichtigte die von der Partnerschaftsbeauftragten Katharina Zlotos begleitete Gruppe den Ersatzneubau einer Brücke. Die rund zwei Millionen Złoty Baukosten entsprechen etwa 490.000 Euro. 

Der Besuch der Straßenmeisterei in Koniecpol bot Gelegenheit zum fachlichen Austausch über den Winter- und Sommerdienst, moderne Systeme zur Überwachung des Straßenzustands sowie Fragen der Verkehrssicherheit. Dabei wurde deutlich, dass sich die Straßeninfrastruktur im Landkreis Tschenstochau in einem sehr guten Zustand befindet und kontinuierlich gepflegt wird. Dabei kommen auch Fahrzeuge und Geräte aus dem Bodenseekreis zum Einsatz, die in den vergangenen Jahren zu fairen Konditionen an den Partnerlandkreis übergeben worden sind. 

Neben den fachlichen Themen spielte auch das persönliche Miteinander eine wichtige Rolle. „Gerade zwischen deutsch-polnischen Partnern und Nachbarn sind regelmäßige persönliche Begegnungen und gemeinsame Projekte von großer Bedeutung, um voneinander zu lernen und den europäischen Zusammenhalt weiter zu stärken“, so Amtsleiter Gähr. Die langjährige Partnerschaft zwischen beiden Landkreisen leistet hierzu seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag. Ein Gegenbesuch und die Fortsetzung des gemeinsamen Austauschs sind bereits für das kommende Jahr geplant.

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Die Besuchergruppe aus dem Bodenseekreis besichtigt die Baustelle der polnischen Kreisstraße 781 in Koniecpol. Am Tisch stehend (v.l.): Tobias Gähr (Straßenbauamt Bodenseekreis), Katharina Zlotos (Kreispartnerschafts-Beauftragte), Mariusz Dobrakowski (Straßenbauamt Tschenstochau), Jakub Żołyniak (Bauleiter). 

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Baustelle in Koniecpol 

Fotos: Landratsamt Tschenstochau

Lesung des Deutsch-Polnischen Freundeskreises in der Caserne - Warschauer Erinnerungen von Sylvio J. Godon

Gut besucht war die Autorenlesung des Deutsch-Polnischen Freundeskreises am Bodensee, die am Freitag, 20. März, in Kooperation mit dem Kulturhaus Caserne in der Werkstatt stattfand. Im Mittelpunkt stand der Autor und Publizist Sylvio J. Godon, der aus seinem Buch „Ich bin ein Pole – Jestem Polakiem“ las. Darin berichtet er von seinen Erfahrungen als junger Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Polska Akademia Nauk in Warschau während des Kriegsrechts 1982/83. Er nahm das Publikum mit auf eine Reise in eine Zeit voller Einschränkungen, Entbehrungen und Unsicherheit – zugleich aber auch geprägt von der Sehnsucht nach Veränderung. Dabei waren die Emotionen des Autors immer wieder spürbar. Besonders bewegend war seine Schilderung einer Zugreise, bei der sich ein junger Mann im Waggon versteckt hatte, um in den Westen zu gelangen. Während er selbst als Westdeutscher problemlos reisen durfte, blieb dem anderen der Weg in die Freiheit verwehrt. Das Leben in Polen war damals nicht einfach: Vieles musste organisiert werden, lange Warteschlangen gehörten dazu, und die Geschäfte waren oft leer. Der Wunsch nach Freiheit und Demokratie war jedoch tief in der Gesellschaft verankert, so der Autor. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Jan Kostka auf der Akustikgitarre mit Liedern aus den 1980er-Jahren, darunter Stücke der Bands Perfect und Pod Budą. Im Gespräch erwähnte der Autor die starke wirtschaftliche Entwicklung des Landes, hob zugleich hervor, wie wichtig es sei, Polen differenziert wahrzunehmen und die deutsch-polnische Freundschaft zu stärken, sowie ermutigte dazu, Polen selbst zu besuchen und die Menschen kennenzulernen. Die Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Freundeskreises am Bodensee, Katharina Zlotos, bedankte sich für die eindrucksvollen Einblicke, mit denen der Autor das Publikum auf seine Reise nach Warschau mitnahm. Dabei fühlte sie sich in die Zeit zurückversetzt, in der sie selbst aufgewachsen ist. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht, aber auch nachdenklich innegehalten. Im Anschluss entwickelte sich eine offene Fragerunde – ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Storybox Schwäbische Zeitung, Katharina Zlotos

Fokus Bevölkerungsschutz bei Besuch im polnischen Partnerlandkreis

Das Thema öffentliche Sicherheit und Ordnung stand im Mittelpunkt eines Besuchs von Landrat Luca Wilhelm Prayon im Partnerlandkreis Tschenstochau vom 26. Februar bis 1. März 2026. So besichtigte der Landrat dort die Stadtkommandantur der Staatlichen Feuerwehr in der Stadt Tschenstochau, die Zentrale Feuerwehrschule sowie die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Konopiska. Der hiesige Ordnungsamtsleiter Dietmar Buck und Kreisbrandmeister Alexander Amann begleiteten Prayon auf der Reise.

Beim kommunalpolitischen Austausch mit Landrat Krzysztof Smela und weiteren Führungskräften der polnischen Kreisverwaltung ging es neben der Vorstellung des polnischen Rettungs- und Brandschutzwesens vor allem um die aktuellen Bemühungen der Polen im Bereich des Zivilschutzes in Krisenzeiten. Auch die Ausbildungskooperation mit der polnischen Kreisverwaltung und der traditionelle Bodensee-Besuch von Kindern aus dem Heim Blachownia kamen zur Sprache.

Gleich zu Beginn der Reise gab es auch ein Treffen mit einer Delegation aus dem Landkreis Kolomyja in der Ukraine, die eine Partnerschaft mit dem Kreis Tschenstochau pflegt. Dmytro Samuliak, stellvertretender Kreistagsvorsitzender der ukrainischen Partnerregion berichtete über die aktuelle Situation und Folgen des Krieges. Er betonte, wie wichtig die internationale Unterstützung für sein Land ist, und dankte besonders den Partnern aus Deutschland und Polen für ihre Solidarität und Hilfe.

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Kommunalpolitischer Austausch im Landratsamt Tschenstochau. (v. l.: Dmytro Samuliak, Stellvertretender Vorsitzender des Kreistages des Landkreises Kolomyja (Ukraine), Andrzej Kubat, Vorsitzender des Kreistages des Landkreises Tschenstochau, Landrat Krzysztof Smela (Landkreis Tschenstoschau), Landrat Luca Wilhelm Prayon (Bodenseekreis), Katharina Zlotos, Partnerschaftsbeauftragte für den Bodenseekreis.

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Zentrale Schule der Staatlichen Feuerwehr

Fotos:
Landratsamt  Tschenstochau

Auszubildende aus dem Bodenseekreis im Partnerlandkreis Tschenstochau im Rahmen von Erasmus+

Vom 26. Januar bis zum 6. Februar 2026 besuchten drei Auszubildende aus dem Bodenseekreis im Rahmen des “Erasmus+”-Programms den polnischen Partnerlandkreis Tschenstochau. Zu Beginn ihres Aufenthalts wurden die Auszubildenden vom Landrat Krzysztof Smela sowie vom Vorstand des Landkreises empfangen. Dabei erhielten sie Einblicke in die Funktionsweise der öffentlichen Verwaltung in Polen. Außerdem besuchten sie verschiedene Institutionen, darunter Schulen sowie soziale Einrichtungen. Ein wichtiger Bestandteil des Aufenthalts war auch das Kennenlernen der polnischen Kultur und Geschichte. Die Auszubildenden besichtigten unter anderem das Kloster Jasna Góra, einen bedeutenden Wallfahrtsort mit der berühmten Ikone der Schwarzen Madonna, Olsztyn in der Krakau-Tschenstochauer Jura sowie die Städte Krakau und Warschau. Der Besuch förderte den internationalen Austausch sowie die Integration und trug zum Aufbau langfristiger Beziehungen bei. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit zwischen den Partnerregionen gestärkt.