Kinder und Jugendliche aus dem polnischen Partnerlandkreis verbringen Ferienwoche am Bodensee
Im Rahmen der Kreispartnerschaft mit dem polnischen Landkreis Tschenstochau haben 14 Kinder und Jugendliche aus dem Kinderheim in Blachownia vom 27. Juni bis 3. Juli 2026 eine Ferienwoche im Bodenseekreis verbracht. Die Gruppe wohnte im Feriendorf in Langenargen und sammelte bei Ausflügen, Begegnungen und gemeinsamen Aktivitäten viele neue Eindrücke von der Bodenseeregion.
Während ihres Aufenthalts lernten die Kinder und Jugendlichen die Sehenswürdigkeiten der Bodenseeregion sowie ihre Geschichte und Kultur kennen. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche des Affenbergs in Salem, der Basilika Birnau sowie der Städte Meersburg und Friedrichshafen. Außerdem unternahm die Gruppe eine Fährüberfahrt von Meersburg nach Konstanz, besuchte den Gehrenbergturm in Markdorf sowie das Auto- und Traktormuseum und die Galerie des Bodenseekreises im ROTEN HAUS Meersburg.
Im Feriendorf in Langenargen erwarteten die Gruppe verschiedene Freizeitangebote und spielerisches Deutschlernen. Ein besonderes Erlebnis war das gemeinsame Fußballspielen mit einer Jugendgruppe aus England, die ebenfalls im Feriendorf untergebracht war. Dabei konnten die Kinder und Jugendlichen neue Kontakte knüpfen.
Landrat Luca Wilhelm Prayon begrüßte die Gäste aus Polen persönlich während ihres Aufenthalts im Bodenseekreis. Außerdem tauschten sich die Kinder und Jugendlichen mit Mitgliedern des Deutsch-Polnischen Freundeskreises aus, der die Partnerschaft zwischen dem Bodenseekreis und dem polnischen Landkreis Tschenstochau seit vielen Jahren begleitet.
Gelungene Versöhnung: Bodenseekreis und Landkreis Tschenstochau feiern 35 Jahre Freundschaftsvertrag
Vor genau 35 Jahren ist zwischen Deutschland und Polen der Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Daraus entstand auch die enge Partnerschaft und Freundschaft zwischen dem Bodenseekreis und dem polnischen Landkreis Tschenstochau. Bei einer Feierstunde am Mittwoch, 17. Juni 2026 in Salem würdigten Landrat Luca Wilhelm Prayon gemeinsam mit dem Generalkonsul der Republik Polen in München, Rafał Wolski, und einer Delegation aus dem Landkreis Tschenstochau die nun schon jahrzehntelangen guten Beziehungen.
„Der Vertrag markierte eine neue Ära und die Versöhnung beider Nachbarvölker. Er war auch der formelle Beginn für die Bindung Polens an Europa und die westliche Allianz“, betonte der Generalkonsul in seiner Ansprache vor rund 100 Gästen in der historischen Kreisbibliothek in Schloss Salem. Versöhnung finde aber nicht in Zeremonien statt, sondern in echten Begegnungen der Menschen im Alltag. Die Partnerschaft der beiden Landkreise sei dafür ein eindrücklicher Beleg.
Anna Dziewior, Vorständin der polnischen Kreisverwaltung und dort zuständig für die Kreispartnerschaften, würdigte deshalb das Engagement der vielen Menschen auf beiden Seiten, die diese Freundschaft lebendig halten: Angefangen bei den Verwaltungsleuten der ersten Stunde, die den Kontakt geknüpft hatten, über die Mitglieder des Deutsch-Polnischen Freundeskreises mit ihren vielen privaten Verbindungen zwischen den beiden Regionen, die vielen Fachleute der Kreisverwaltungen, die anfangs bei der Aufbauhilfe und nun durch gegenseitiges Lernen zusammenarbeiten, bis hin zu den regelmäßigen Auszubildenden- und Jugendreisen ins andere Land. Tatsächlich war der Bodenseekreis einer der ersten deutschen Landkreise, als er 1999 die Partnerschaft mit einem polnischen Landkreis einging.
Die polnische Delegation unter Führung des Kreistagsvorsitzenden Andrzej Kubat besuchte bei ihrer viertägigen Reise auch die kreiseigene Elektronikschule Tettnang. Sie unterhält einen engen Austausch mit dem Elektronikschulzentrum Radomsko. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben auf diese Weise schon die jeweils andere Kultur kennengelernt - „von Liebeskummer bis regelmäßige Online-Gaming-Treffs“, wie der stellvertretende Schulleiter Hansjörg Weiher berichtet.
Direkt vor Beginn der Feierstunde am Mittwoch legte die polnische Besuchergruppe gemeinsam mit dem Generalkonsul und dem Landrat einen Kranz an der sogenannten Polenlinde nahe Schloss Salem nieder. Der Gedenkort erinnert an die rassistisch motivierten Hinrichtungen von zwei polnischen Zwangsarbeitern an dieser Stelle.
v.l.: Adam Morzyk (Vorstandsmitglied), Andrzej Kubat (Vorsitzender des Kreistages), Anna Dziewior (Vorstandsmitglied), Landrat Luca Wilhelm Prayon, Gwidon Jelonek (Vorstandsmitglied).
Innerbetrieblicher Unterricht zur Kreispartnerschaft
Wie bereits in den vergangenen Jahren fand auch am 11. Mai 2026 ein innerbetrieblicher Unterricht für die Auszubildenden des Landratsamtes statt. Partnerschaftsbeauftragte Katharina Zlotos berichtete über die Partnerschaft mit dem polnischen Partnerlandkreis Tschenstochau und stellte die vielfältige Zusammenarbeit und die Bedeutung kommunaler Partnerschaften vor.
Dabei erhielten die Auszubildenden auch Einblicke in Polen, seine Geschichte und die Entwicklung des Landes in den vergangenen Jahrzehnten. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung der deutsch-polnischen Freundschaft und darauf, wie wichtig es ist, diese auch für kommende Generationen zu pflegen und weiterzuentwickeln. Gerade junge Menschen sollen durch Begegnungen und persönlichen Austausch dazu beitragen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen lebendig zu halten.
Straßenbauer besuchen Kollegen in Polen
Im Rahmen der Kreispartnerschaft mit dem polnischen Landkreis Tschenstochau reiste eine Delegation des Straßenbauamts Bodenseekreis vom 22. bis 24. April 2026 zu einem fachlichen Austausch nach Polen. Damit wurde die inzwischen mehr als zwanzigjährige Tradition gegenseitiger Besuche und fachlicher Austausche fortgesetzt. Themen des diesjährigen Treffens waren aktuelle Straßenbauprojekte zur nachhaltigen Mobilität, der Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur, Fragen des Straßenbetriebs sowie die Herausforderungen bei der Finanzierung öffentlicher Investitionen. „Gerade angesichts steigender Bau- und Unterhaltungskosten sowie wachsender Anforderungen an eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist der innereuropäische Erfahrungsaustausch wertvoll, um unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen“, sagt dazu Tobias Gähr, Chef des hiesigen Straßenbauamts.
Ein Schwerpunkt des Austauschs war die Radinfrastruktur. In Polen wird seit mehreren Jahren verstärkt in moderne Radwege investiert, die sowohl im Alltag als auch für Freizeit und Tourismus zunehmend an Bedeutung gewinnen. In Olsztyn stellte die polnische Seite ein Radwegeprojekt mit Investitionskosten von 2,33 Millionen Złoty vor, was rund 550.000 Euro entspricht. Ähnlich wie im Bodenseekreis teilen sich dort Land, Landkreis und Gemeinden die Finanzierung der Radwegeinfrastruktur.
Die Sanierung einer Kreisstraße wurde in der Gemeinde Koniecpol in Augenschein genommen. Hier wird mit polymermodifiziertem Asphalt gearbeitet, der eine höhere Belastbarkeit und längere Lebensdauer hat. In der Gemeinde Blachownia besichtigte die von der Partnerschaftsbeauftragten Katharina Zlotos begleitete Gruppe den Ersatzneubau einer Brücke. Die rund zwei Millionen Złoty Baukosten entsprechen etwa 490.000 Euro.
Der Besuch der Straßenmeisterei in Koniecpol bot Gelegenheit zum fachlichen Austausch über den Winter- und Sommerdienst, moderne Systeme zur Überwachung des Straßenzustands sowie Fragen der Verkehrssicherheit. Dabei wurde deutlich, dass sich die Straßeninfrastruktur im Landkreis Tschenstochau in einem sehr guten Zustand befindet und kontinuierlich gepflegt wird. Dabei kommen auch Fahrzeuge und Geräte aus dem Bodenseekreis zum Einsatz, die in den vergangenen Jahren zu fairen Konditionen an den Partnerlandkreis übergeben worden sind.
Neben den fachlichen Themen spielte auch das persönliche Miteinander eine wichtige Rolle. „Gerade zwischen deutsch-polnischen Partnern und Nachbarn sind regelmäßige persönliche Begegnungen und gemeinsame Projekte von großer Bedeutung, um voneinander zu lernen und den europäischen Zusammenhalt weiter zu stärken“, so Amtsleiter Gähr. Die langjährige Partnerschaft zwischen beiden Landkreisen leistet hierzu seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag. Ein Gegenbesuch und die Fortsetzung des gemeinsamen Austauschs sind bereits für das kommende Jahr geplant.
Foto 1:
Die Besuchergruppe aus dem Bodenseekreis besichtigt die Baustelle der polnischen Kreisstraße 781 in Koniecpol. Am Tisch stehend (v.l.): Tobias Gähr (Straßenbauamt Bodenseekreis), Katharina Zlotos (Kreispartnerschafts-Beauftragte), Mariusz Dobrakowski (Straßenbauamt Tschenstochau), Jakub Żołyniak (Bauleiter).
Foto 2:
Baustelle in Koniecpol
Fotos: Landratsamt Tschenstochau
Lesung des Deutsch-Polnischen Freundeskreises in der Caserne - Warschauer Erinnerungen von Sylvio J. Godon
Jan Kostka, Sylvio J. Godon.
Foto: Katharina Zlotos
Gut besucht war die Autorenlesung des Deutsch-Polnischen Freundeskreises am Bodensee, die am Freitag, 20. März, in Kooperation mit dem Kulturhaus Caserne in der Werkstatt stattfand. Im Mittelpunkt stand der Autor und Publizist Sylvio J. Godon, der aus seinem Buch „Ich bin ein Pole – Jestem Polakiem“ las. Darin berichtet er von seinen Erfahrungen als junger Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Polska Akademia Nauk in Warschau während des Kriegsrechts 1982/83. Er nahm das Publikum mit auf eine Reise in eine Zeit voller Einschränkungen, Entbehrungen und Unsicherheit – zugleich aber auch geprägt von der Sehnsucht nach Veränderung. Dabei waren die Emotionen des Autors immer wieder spürbar. Besonders bewegend war seine Schilderung einer Zugreise, bei der sich ein junger Mann im Waggon versteckt hatte, um in den Westen zu gelangen. Während er selbst als Westdeutscher problemlos reisen durfte, blieb dem anderen der Weg in die Freiheit verwehrt. Das Leben in Polen war damals nicht einfach: Vieles musste organisiert werden, lange Warteschlangen gehörten dazu, und die Geschäfte waren oft leer. Der Wunsch nach Freiheit und Demokratie war jedoch tief in der Gesellschaft verankert, so der Autor. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Jan Kostka auf der Akustikgitarre mit Liedern aus den 1980er-Jahren, darunter Stücke der Bands Perfect und Pod Budą. Im Gespräch erwähnte der Autor die starke wirtschaftliche Entwicklung des Landes, hob zugleich hervor, wie wichtig es sei, Polen differenziert wahrzunehmen und die deutsch-polnische Freundschaft zu stärken, sowie ermutigte dazu, Polen selbst zu besuchen und die Menschen kennenzulernen. Die Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Freundeskreises am Bodensee, Katharina Zlotos, bedankte sich für die eindrucksvollen Einblicke, mit denen der Autor das Publikum auf seine Reise nach Warschau mitnahm. Dabei fühlte sie sich in die Zeit zurückversetzt, in der sie selbst aufgewachsen ist. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht, aber auch nachdenklich innegehalten. Im Anschluss entwickelte sich eine offene Fragerunde – ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Storybox Schwäbische Zeitung, Katharina Zlotos
Fokus Bevölkerungsschutz bei Besuch im polnischen Partnerlandkreis
Das Thema öffentliche Sicherheit und Ordnung stand im Mittelpunkt eines Besuchs von Landrat Luca Wilhelm Prayon im Partnerlandkreis Tschenstochau vom 26. Februar bis 1. März 2026. So besichtigte der Landrat dort die Stadtkommandantur der Staatlichen Feuerwehr in der Stadt Tschenstochau, die Zentrale Feuerwehrschule sowie die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Konopiska. Der hiesige Ordnungsamtsleiter Dietmar Buck und Kreisbrandmeister Alexander Amann begleiteten Prayon auf der Reise.
Beim kommunalpolitischen Austausch mit Landrat Krzysztof Smela und weiteren Führungskräften der polnischen Kreisverwaltung ging es neben der Vorstellung des polnischen Rettungs- und Brandschutzwesens vor allem um die aktuellen Bemühungen der Polen im Bereich des Zivilschutzes in Krisenzeiten. Auch die Ausbildungskooperation mit der polnischen Kreisverwaltung und der traditionelle Bodensee-Besuch von Kindern aus dem Heim Blachownia kamen zur Sprache.
Gleich zu Beginn der Reise gab es auch ein Treffen mit einer Delegation aus dem Landkreis Kolomyja in der Ukraine, die eine Partnerschaft mit dem Kreis Tschenstochau pflegt. Dmytro Samuliak, stellvertretender Kreistagsvorsitzender der ukrainischen Partnerregion berichtete über die aktuelle Situation und Folgen des Krieges. Er betonte, wie wichtig die internationale Unterstützung für sein Land ist, und dankte besonders den Partnern aus Deutschland und Polen für ihre Solidarität und Hilfe.
Foto 1:
Kommunalpolitischer Austausch im Landratsamt Tschenstochau. (v. l.: Dmytro Samuliak, Stellvertretender Vorsitzender des Kreistages des Landkreises Kolomyja (Ukraine), Andrzej Kubat, Vorsitzender des Kreistages des Landkreises Tschenstochau, Landrat Krzysztof Smela (Landkreis Tschenstoschau), Landrat Luca Wilhelm Prayon (Bodenseekreis), Katharina Zlotos, Partnerschaftsbeauftragte für den Bodenseekreis.
Foto 2:
Zentrale Schule der Staatlichen Feuerwehr
Fotos:
Landratsamt Tschenstochau
Auszubildende aus dem Bodenseekreis im Partnerlandkreis Tschenstochau im Rahmen von Erasmus+
Vom 26. Januar bis zum 6. Februar 2026 besuchten drei Auszubildende aus dem Bodenseekreis im Rahmen des “Erasmus+”-Programms den polnischen Partnerlandkreis Tschenstochau. Zu Beginn ihres Aufenthalts wurden die Auszubildenden vom Landrat Krzysztof Smela sowie vom Vorstand des Landkreises empfangen. Dabei erhielten sie Einblicke in die Funktionsweise der öffentlichen Verwaltung in Polen. Außerdem besuchten sie verschiedene Institutionen, darunter Schulen sowie soziale Einrichtungen. Ein wichtiger Bestandteil des Aufenthalts war auch das Kennenlernen der polnischen Kultur und Geschichte. Die Auszubildenden besichtigten unter anderem das Kloster Jasna Góra, einen bedeutenden Wallfahrtsort mit der berühmten Ikone der Schwarzen Madonna, Olsztyn in der Krakau-Tschenstochauer Jura sowie die Städte Krakau und Warschau. Der Besuch förderte den internationalen Austausch sowie die Integration und trug zum Aufbau langfristiger Beziehungen bei. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit zwischen den Partnerregionen gestärkt.