Informationen für eine bewusste Ernährung

Die moderne Ernährungswelt ist komplex und von widersprüchlichen Informationen geprägt. Auf dieser Seite finden Sie wissenschaftlich fundierte Ernährungsinformationen sowie praktische Tipps für den Alltag, die eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährungsweise unterstützen. Ziel ist es, Sie als Verbraucher dazu zu befähigen, bewusste Ernährungs- und Einkaufsentscheidungen zu treffen. 

Orientierung für eine ausgewogene Ernährung gibt der DGE-Ernährungskreis. Dieser bildet auch die wissenschaftliche Grundlage für all unserer Angebote der Ernährungsbildung (LINK) für Kinder, Jugendliche, (Junge) Erwachsene und Senioren. 

Der DGE-Ernährungskreis zeigt auf einen Blick wie eine gesunde und ökologisch nachhaltige Ernährung aussieht. Er ist damit eine Art Wegweiser mit Beispielen für eine optimale Lebensmittelauswahl. Die Größe der Lebensmittelgruppe veranschaulicht dabei den Anteil an der Ernährung. Je größer eine Lebensmittelgruppe ist, desto mehr kann daraus gegessen werden. Empfehlenswert ist es, innerhalb der Gruppen die Vielfalt an Lebensmitteln zu nutzen und abwechslungsreich zu essen.

Eine gesunde und umweltschonende Ernährung ist zu mehr als ¾ pflanzlich und knapp ¼ tierisch. Die größte Lebensmittelgruppe sind die Getränke in der Mitte des Kreises. Als nächstes bilden pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Getreide und Kartoffeln sowie Öle den größten Teil des Kreises. Tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Ei ergänzen die Auswahl.

„Bunt und gesund essen und dabei die Umwelt schonen, das sind die DGE-Empfehlungen“ Wird die Zusammenstellung an einem Tag nicht erreicht? Nicht schlimm, wichtig ist die Wochenbilanz. Ausreichend Bewegung ist wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.). Begleittext zur Abbildung DGE-Ernährungskreis. Bonn (2024)

Nachhaltige Ernährung

Wir können durch Ernährung nicht nur unsere eigene Gesundheit beeinflussen - auch die Gesundheit der Natur, der Region, unserer Erde und aller darauf lebenden Lebewesen hängt stark von unserem Ernährungs- und Einkaufsverhalten ab. Denn bei der Herstellung von Lebensmitteln entstehen Emissionen und es werden Ressourcen wie Wasser oder fruchtbarer Boden verbraucht. Mehr Informationen dazu bietet die Broschüre „Von der Welt auf den Teller“ des Umweltbundesamtes.

Die Nachhaltige Ernährung leistet einen wertvollen Beitrag, die weltweiten Lebens- und Umweltbedingungen zu verbessern und mehr globale Gerechtigkeit zu erreichen. Die folgenden acht Tipps sind im Alltag einfach umzusetzen:

  1. Saisonale Lebensmittel aus der Region einkaufen
  2. Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen
  3. Lebensmittelverschwendung vermeiden
  4. Fair und ökologisch produzierte Lebensmittel bevorzugen
  5. Unverpackte Ware kaufen
  6. Möglichst unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen 
  7. Mit dem Rad oder zu Fuß zum Einkaufen gehen
  8. Beim Kochen sparsam mit Energie und Wasser umgehen

Saisonale Lebensmittel sind solche, die zu einer bestimmten Jahreszeit unter natürlichen Bedingungen in unserer Region wachsen. Da die Erntemengen in der Saison hoch sind, sind saisonale Produkte häufig günstiger als importiertes Obst & Gemüse. Der kostenlose Saisonkalender des Bundeszentrum für Ernährung (pdf oder App) zeigt, welche Obst- und Gemüsesorten zu welcher Jahreszeit Saison haben. 

Saisonale und regionale Lebensmittel zu kaufen macht jedoch nicht nur aus Kostengründen Sinn. Denn kurze Transportwege verursachen geringere Emissionen, schonen somit die Umwelt und verhindern Vitamin- und Geschmacksverluste. Das regionale Obst und Gemüse sorgt für Abwechslung auf dem Teller – das ganze Jahr über. Produkte aus dem Freiland oder Folientunnel, die gerade Saison haben, benötigen keinen zusätzlichen Energieeinsatz für die Beheizung der Gewächshäuser. Außerdem stärkt der Kauf regionaler Produkte die regionale Landwirtschaft sowie Verarbeitungsbetriebe und Vermarkter vor Ort. So bleibt die Wertschöpfung in der Region und Arbeitsplätze in der lokalen Wirtschaft werden gesichert oder geschaffen.

Die lokale Versorgung mit Lebensmitteln macht unabhängig von globalen Handelsstrukturen. Daher ist eine regionale und ressourcenschonende Landwirtschaft wichtig, um in Krisenzeiten die Ernährung der Bevölkerung zu sichern.

Der überwiegende Verzehr pflanzlicher Lebensmittel wird aus ernährungsphysiologischer Sicht von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen und ist darüber hinaus auch aus Umwelt-Gründen sinnvoll. Denn die Herstellung tierischer Lebensmittel ist gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln deutlich aufwändiger und energieintensiver. Somit sind tierische Lebensmittel im Speiseplan eher als Ergänzung zu betrachten. Bei Fleisch, Wurst, Fisch, Käse und Eiern gilt: Klasse vor Masse und das am besten aus der Region, direkt vom Erzeuger. So können Sie sich als Verbraucher vom Tierwohl selbst ein Bild machen und tragen zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft bei. Rinder, Schafe und Ziegen sind wichtig für den Erhalt von Wiesen und Weiden, die wiederum große Mengen an Klimagasen speichern. Durch Fraß, Tritt und Dung wachsen die Gräser schneller nach und bilden Wurzelwerk aus, das zu Humus verrottet. Weidetiere sind somit keine Klimakiller – sondern im Gegenteil ein wichtiger Bestandteil eines natürlichen Kreislaufs.

Jedes Jahr landen allein in Deutschland fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Mit mehr Verwendung statt Verschwendung kann jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten. Darüber hinaus können Verbraucher durch ein bewusstes Einkaufsverhalten und kreative Resteverwertung ihren eigenen Geldbeutel schonen. Pro Jahr könnte bspw. eine vierköpfige Familie bis zu 940 Euro sparen, wenn alle gekauften Lebensmittel auf dem Teller statt in der Tonne landen. Das Projekt „Zu gut für die Tonne“ des Bundeszentrums für Ernährung bietet Verbrauchern u.a. eine App mit leckeren Reste-Rezepten und Tipps zur Lebensmittellagerung.

Was kann ich tun, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden?

  1. Lebensmittel richtig lagern
  2. Einkaufen mit Plan
  3. kreative Verwendung von Resten
  4. Sinnescheck bei abgelaufenen Lebensmitteln

Mehr Informationen und Materialien des Landeszentrums für Ernährung zum Thema Lebensmittelverschwendung

Vorratshaltung

Ein vernünftiger Vorrat mit einer geeigneten Auswahl an Lebensmitteln ist sinnvoll, um auch mal spontan etwas Leckeres für sich oder unerwarteten Besuch zubereiten zu können. Ein guter Vorrat ist außerdem goldwert, wenn sich eine Erkältung anbahnt oder bei kurzfristigen körperlichen Einschränkungen, die einen Einkauf erschweren.

So schön ein prall gefüllter Vorratsschrank auch ist, ist es genau so wichtig, den Überblick über die vorhandenen Lebensmittel zu behalten. Außerdem spielt die Art der Lagerung eine wichtige Rolle für die Haltbarkeit. Bewährt hat sich das Prinzip „First in -First Out“, was so viel bedeutet, dass neuere Lebensmittel hinten eingeräumt werden und die Vorderen zuerst verbraucht werden.

Weitere Informationen sind in einem Flyer zum Vorratsmanagement des Ministeriums für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz zusammengefasst.

Für eine gute Vorratshaltung ist das Wissen um die richtige Lagerung entscheidend.

Wussten Sie, dass Gurken im Kühlschrank wässrig werden? Oder dass der Kern in einer aufgeschnittenen Avocado die Frucht länger haltbar macht? Wussten Sie, dass sie die Haltbarkeit von Eiern ganz einfach mit einem Wasserglas testen können?

Hier ein paar Tipps, die die Haltbarkeit Ihrer Lebensmittel verlängern:

  • Nicht im Kühlschrank sondern bei kühler Zimmertemperatur lagern
    • Früchte wie Äpfel, Avocado, Ananas, Mandarine, Mango, Banane, Orange, Zitrone, Limette
    • stark wässriges Gemüse wie z. B. Gurke, Tomate, Zucchini, Aubergine, Paprika
    • Basilikum und Ingwer
    • Brot, Kartoffeln, Speiseöle
  • Getrennt oder Zusammen lagern?
    • Werden Äpfel in der Nähe von Bananen oder Avocados gelagert, werden letztere schneller reif
    • Die getrennte Aufbewahrung von Tomaten verhindert, dass anderes Gemüse schneller verdirbt.
    • Werden Kartoffeln und Zwiebeln zusammen gelagert, keimen die Kartoffeln schneller. Daher gilt: Getrennt, trocken, kühl und dunkel lagern. 
  • Möhren, Radieschen oder Kohlrabi mit Blattgrün sollten nach dem Einkauf direkt vom Blätterwerk befreit werden – so bleibt das Gemüse länger frisch. Ökologisches Blattgrün kann kleingeschnitten als Pesto oder Suppeneinlage verwendet werden. 
  • Ob ein Ei noch gut ist, lässt sich leicht mit einem Wasserglas prüfen. Geben Sie das Ei in ein mit Wasser befülltes Glas. Sinkt das Ei zum Boden, ist es noch frisch. Stellt es sich leicht auf, sollten Sie es vor dem Verzehr durcherhitzen. Schwimmt es nach oben, ist es verdorben. 

Mehr Informationen finden Sie im Flyer Lebensmittelretter Lagerung des Ministeriums für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Eine bewährte Methode, um Gemüse haltbar zu machen ist die Fermentation. Wer seinen Vorrat mit fermentiertem Gemüse ausstattet, kann das saisonale Gemüseangebot das ganze Jahr über genießen. Fermentiertes Gemüse ist bekömmlich, super lecker und förderlich für die Darmgesundheit. Neugierig geworden? Nutzen Sie unsere Rezeptbroschüre: Gemüse fermentieren als Einstieg. Hier finden Sie Rezepte und wertvolle Tipps, wie das Fermentieren gelingt. Ergänzend haben wir zwei Erklärvideos erstellt.

Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Dennoch erleben wir, dass auch hierzulande Krisen unsere gewohnten alltäglichen Abläufe stören. Bei mehrtägigen Stromausfällen, extremen Wetterereignissen (Starkregen, Dürre), Pandemien oder anderen Krisenlagen kann es zu Lieferengpässen oder Versorgungslücken bei Lebensmitteln kommen. Für solche Fälle lohnt es sich, einen durchdachten Vorrat an Lebensmitteln und Getränken anzulegen. Dieser sollte Sie und Ihre Familie 3-10 Tage versorgen können. 

Die Checkliste „Vorratsmanagement für Lebensmittelretter“ des Ministeriums für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz bietet eine hilfreiche Übersicht über die wichtigsten Grundnahrungsmittel aus denen der Vorrat bestehen sollte. Konkrete Vorratstabellen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Welche Mengen der einzelnen Lebensmittel Sie für wie viele Tage und Personen lagern sollten, kann dort mit dem Vorratskalkulator berechnet werden.

Es gibt verschiedene Wege, sich einen Notvorrat anzulegen. Eine Möglichkeit ist, den kompletten Vorrat einmalig einzukaufen. Alternativ kann der Notvorrat auch schrittweise wachsen, indem er bei jedem Einkauf nach und nach durch Produkte ergänzt wird. Ein einfacher Tipp hierfür: Kaufen Sie in Zukunft einfach ein Päckchen Nudeln mehr als sonst. Noch besser: Greifen Sie für Ihren Notvorrat bei Aktionen und Sonderangeboten zu. So belastet das Anlegen eines Notvorrats die Haushaltskasse möglichst wenig.

Eine Anleitung zur Bevorratung sowie weitere Informationen zum Umgang mit Krisen finden Sie auf dem Youtube-Kanal des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Kathastrophenhilfe

Wie wäre es mit einem Gemüseaufstrich auf dem Brot? Oder Spaghetti mit einer leckeren Linsenbolognese? Schon mal einen orientalischen Kichererbsensalat oder ein Gemüseragout probiert? Hier finden Sie Rezepte für gesunde und schmackhafte Gerichte, viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken.

Weitere Rezeptideen und Materialien zum Thema Ernährung bietet das Landeszentrum für Ernährung. Ideen für die vegetarische Vollwertküche sind beim Verein für unabhängige Gesundheitsberatung zu finden. Wir wünschen viel Freude beim Nachkochen und Probieren!