Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Weiter Informationen zum Projektträger Jülich unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

Hier spart der Bodenseekreis Energie (Beispiele)

Sparsame Wärme

  • Bildungszentrum Markdorf – Erneuerung der Heizungsanlage
    Infolge der Sporthallensanierung und der 2020 stattfindenden Fassadensanierung des Schulgebäudes ist die vorhandene alte Heizanlage überdimensioniert. Deshalb wird 2019/2020 die gesamte Wärmeversorgung der Liegenschaft erneuert. Die beiden Sporthallen sind über ein Nahwärmenetz und einen Pufferspeicher an das Schulgebäude angeschlossen. Die Wärmeversorgung der gesamten Liegenschaft erfolgt seit 2020 im Energiecontracting zu > 50 % aus Biomasse (Pelletheizung, zum Einsatz kommen Pellets aus der Region). Das Dach der Sporthalle wurde im Zuge eines neuen Energieversorgungskonzeptes für das gesamte Bildungszentrum mit einer 99,8 kW-Peak- Fotovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung ausgestattet. Mit diesen Maßnahmen können die kreiseigenen Klimaschutzziele erreicht werden und der Kreis seine Vorbildfunktion bei der Sanierung kommunaler Gebäude wahrnehmen .Betriebsführung der neuen Wärmeerzeugungsanlage:
    BHKW als Grundlastwärmeerzeuger, BHKW 50 kWel u. 100 kWth.; 300 kW Pelletkessel für Mittellast und 2 x 500 kW Gasbrennwertkessel als Spitzenlasterzeuger und Redundanz.
    Der Primärenergiefaktor für die Wärmeerzeugung beträgt 0,38.
  • Berufsschulzentrum Friedrichshafen
    Im der Heizzentrale des Berufsschulzentrums Friedrichshafen arbeiten seit 2010 eine hocheffiziente Hackschnitzelheizung und zwei Blockheizkraftwerke, die die Wärmeversorgung der Schulen und der umgebenden Gebäude gewährleisten. Mit der nachwachsenden Energiequelle Holz werden für die rund 4.000 Berufsschüler und Lehrer nicht nur angenehme Arbeitstemperaturen erzeugt, sondern auch die CO2-Emissionen des Landkreises verringert. Seit 2015 sorgt eine intelligente Wärmeverteilung mit neuen Pumpen und einer verbesserten Einzelraumsteuerung am Bildungszentrum Markdorf für einen effizienten Energieeinsatz und angenehme Raumtemperaturen. Die neue Steuerung benötigt etwa acht Prozent weniger Heizenergie und etwa 75 Prozent weniger Strom.

Beleuchtung und Bewegungsmelder im Beruflichen Schulzentrum Friedrichshafen

Im Beruflichen Schulzentrum Friedrichshafen wurde 2018 der Austausch der gesamten Beleuchtung von Fluren und WCs in allen drei Schulen (Claude-Dornier-Schule, Hugo-Eckener-Schule und Droste-Hülshoff-Schule) und des Zentralgebäudes umgesetzt. Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen tauschte die beauftragte Elektrofirma mehr als 550 Leuchten verschiedenster Qualitäten zu LED-Leuchten aus. Zum Leistungsumfang gehörte auch die Installation von 110 Bewegungs- und Präsenzmeldern. Die Wirksamkeit der Maßnahme macht sich in Abhängigkeit vom eingesetzten Leuchtsystem an der prognostizierten Stromeinsparung zwischen 53 % und 70 % und der Einsparung von 342 Tonnen CO² fest. Ebenfalls 2018 wurde ein zweites großes Projekt im Bereich der Beleuchtungssanierung am Beruflichen Schulzentrum Friedrichshafen in der Sporthalle realisiert. Sowohl im Hallenbereich, wie auch bei der Außentribüne wurden die bestehenden Leuchten zu energiesparenden LED-Leuchten ausgetauscht. Diese Maßnahme umfasste 96 Leuchten und 13 Präsenz-/Bewegungsmelder. Auch hier werden signifikante Einsparungen erzielt: 55 % beim Strom und 439 Tonnen bei CO². Beide Maßnahmen wurden gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (Förderzeichen: FKZ 03K06874). Weitere Infos zur Förderungen gibt es unter www.klimaschutz.de und beim Forschungszentrum Jülich unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

LED-Licht zum Lernen an den Schulen des Kreises

  • Am Bildungszentrum Markdorf werden außerdem jedes Jahr 10 Unterrichtsräume saniert. Immer mit dabei ist auch die Umstellung der Beleuchtung mit LED. Diese ist heller, angenehmer für die Augen und sparsamer als die althergebrachten Leuchtstoffröhren.
  • In der Constantin-Vanotti-Schule am Berufsschulzentrum Überlingen wurde 2019 in 47 Klassenräumen, in den Lehrerzimmern, den Fluren und im Treppenhaus die Beleuchtung auf LED umgestellt.
  • In der Sporthalle des Berufsschulzentrum Friedrichshafen wurde 2018 die Beleuchtung in der Halle, den Fluren, den Umkleiden und Waschräumen auf LED umgerüstet.
  • Am Berufsschulzentrum Friedrichshafen wurde 2018/2019 die gesamte Beleuchtung der Außenanlagen erneuert und auf LED umgestellt.
  • An der Elektronikschule Tettnang wurden 2016 mehrere Fachunterrichtsräume saniert. Die neue LED-Beleuchtung braucht gegenüber den vorherigen Leuchtkörpern etwa 80 % weniger Strom.
  • In der Pestalozzi-Förderschule in Markdorf wurde 2016 das Foyer saniert und neugestaltet. Nun sorgen dort imposante LED-Leuchten für freundliche Stimmung und eine kleinere Stromrechnung.
  • In der Werkstatt des Beruflichen Schulzentrums wurde 2015 die Beleuchtung altersbedingt erneuert. Statt der bisher knapp 1000 herkömmlichen Leuchten mit Leuchtstoffröhren sorgen hier nun 970 energieeffiziente LED-Leuchten für gute Sicht. Zusätzlich sorgen 250 Bewegungsmelder für ein bedarfsgerechtes Lichtmanagement. Dadurch wird 70 Prozent weniger Energie verbraucht. Das Projekt wird gefördert durch Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit (Förderzeichen: FKZ 03K01043). Infos zur Förderungen unter www.klimaschutz.de und beim Forschungszentrum Jülich unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen.
  • Die Elektronikschule in Tettnang hat 2015 einen Anbau für mehr Aufenthaltsraum bekommen, natürlich top-wärmegedämmt und mit LED-Beleuchtung.

Mobilität und Verkehr

Der Bereich ist einer der größten Energieverbraucher im Alltag. Daher kümmert sich der Landkreis besonders intensiv um diese Themen:

  • Als Gesellschafter der Bodensee-Oberschwaben-Bahn und des Bodo-Verkehrsverbunds gestalten wir das ÖPNV-Angebot in der Region aktiv mit und wollen es immer besser und attraktiver machen.
  • Gemeinsam mit dem Landkreis Konstanz und den anliegenden Gemeinden haben wir eine Initiative mit dem Ziel einer elektrifizierten Bodensee-Gürtelbahn zwischen Singen und Lindau gestartet. Bis es soweit ist, könnte ein verdichteter Nahverkehrstakt das Angebot verbessern. Das hat der Landkreis in einer Studie detailliert ausarbeiten lassen. Die Kreispolitiker setzen sich nun bei der dafür zuständigen Landesregierung dafür ein, dass das auch umgesetzt wird.
  • Bei unserer eigenen Flotte mit rund 40 Fahrzeugen achten wir bei Neubestellungen immer auch auf die CO2-Emissionen. Mit immer mehr Elektrofahrzeugen im Landratsamts-Fuhrpark testen wir die Alltagstauglichkeit der Fortbewegungsmittel der Zukunft.

Bildungszentrum Markdorf - Sanierung der Sporthalle 1

Der Bodenseekreis als Träger des Bildungszentrums Markdorf (BZM) hat 2019 die Grundsanierung der bestehenden Sporthalle 1 in Markdorf durchgeführt. Die Sanierung umfasst die gesamte Fassadenfläche, die Dachfläche mit Dachoberlichtern, die Dusch- und Umkleidebereiche, die Gymnastik- und Regieräume sowie die kompletten haustechnischen Installationen. Zusätzlich wurde die Gebäudenordseite mit einem eingeschossigen Anbau erweitert. Das Materialkonzept der Fassaden mit Metallpaneele und Verglasungen wurde von der ursprünglichen Halle übernommen, um die bestehende Konstruktion weitgehend erhalten zu können, dies dient dem Ressourcenschutz und der Kosteneinsparung. Allerdings wurden als Klimaanpassungsmaßnahme zur Verbesserung des sommerlichen Hitzeschutzes auf der Südseite Glasflächen verringert und zwei von fünf Oberlichterbändern zurückgebaut. Fassade und Oberlichter sind mit Sonnenschutzglas versehen, um eine Überheizung des Gebäudes zu verhindern. Die Kühlung der Sporthalle soll durch freie Nachtkühlung erreicht werden, um auf eine aktive Kühlung verzichten zu können. Die bestehende über 40 Jahre alte Lüftungsanlage wurde durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ersetzt. Mit der neuen Anlage wurden die Anforderungen für eine Förderung aus dem Bundesprogramm (Förderprogramm Kommunalrichtlinie) erfüllt. (Nationale Klimaschutzinitiative "BZM - Sanierung der Sporthalle 1"
Förderkennzeichen: 03K08967)


Die Hallenbeleuchtung mit LED wurde blendarm ausgeführt. Um einen hohen Nutzerkomfort zu gewährleisten wurde insbesondere der Bereich Raumakustik maximal aufgewertet. Aus Gründen der Nachhaltigkeit (ressourcenschonendes Bauen und Sanieren) wurden der bei einer Innenraumsanierung im Jahr 2017 erneuerte Sportboden sowie die Wandbekleidungen während der Bauzeit geschützt und konnten somit erhalten bleiben. Auch die vorhandenen Tribünenbänke aus Teakholz wurden überarbeitet und konnten wieder montiert werden. Mit der Sanierung erreicht die Sporthalle den KfW-Effizienzstandard 70. Für diesen Standard wurde ein Zuschuss von 532.875 Euro gewährt. Der Endenergiebedarf der Sporthalle für die Heizung liegt bei 154 kWh/(m²a) und beim Strom bei 27 kWh/(m²a).

Verwaltungsgebäude Albrechtstraße 75 – Einrichtung Infrastruktur für E-Mobilität

Das Landratsamt Bodenseekreis hat in der Bestandstiefgarage im Verwaltungsgebäude Albrechtstraße 75 eine Ladeinfrastruktur für das Fahrzeugpool des Landratsamtes errichtet. Hierbei wurde zukunftsorientiert geplant und es wurden insgesamt 25 Ladepunkte im 1. Untergeschoss installiert. Mit einem Lastmanagementsystem wird die verfügbare Ladeleistung optimal auf alle zu ladenden Autos verteilt. Hierdurch werden Lastspitzen verhindert und somit auch die Erhöhung des jährlich zu zahlenden Leistungspreises. Die Ladepunkte werden zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Hierzu wurde ein Grünstrom-Liefervertrag abgeschlossen. Das Projekt wurde vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW nach Maßgabe der Förderungsgrundsätze über die Förderung von Ladeinfrastruktur in Baden-Württemberg gefördert. Dem Landratsamt Bodenseekreis wurde nach Antrag durch das Bau-und Liegenschaftsamt ein Zuschuss aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 62.500 Euro bewilligt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts können auf zwei der zur Verfügung gestellten Ladeparkplätzen ihre privaten E-Fahrzeuge aufladen. Die Abrechnung erfolgt über unseren Back-End Betreiber.

Kaffee im Pfand- statt Wegwerfbecher

Das Energiemanagement und das Abfallwirtschaftsamt haben gemeinsam das innovative Pfandbecher-System der Firma Recup an den Bodensee geholt. Damit der „Coffee to go“ auch besonders gut schmeckt, wurde dafür eigens eine Bodensee-Edition des Pfandbechers gestaltet. Für einen Euro Pfand kann man seinen Lieblingskaffee bei allen teilnehmenden Bäckereien und Cafés im Mehrwegbecher bekommen und dann nach Belieben bei einem anderen Recup-Partner wieder abgeben - deutschlandweit. Eine App verrät, wo solch ein Laden in der Nähe ist. Laut Deutscher Umwelthilfe werden in Deutschland pro Stunde schätzungsweise 32.000 Einwegbecher benutzt und weggeworfen. Heruntergerechnet auf den Bevölkerungsanteil des Bodenseekreises sind das 800 Becher in jeder Stunde jedes Tages. Weggeworfen werden damit auch die zur Herstellung nötigen Ressourcen Holz, Wasser und Energie. Mit dem Pfandbecher kann jeder Kaffeetrinker ein sichtbares Zeichen setzen und helfen, diese Ressourcen zu schonen.

 Mehr zum Pfandsystem unter www.recup.de.

Bau- und Liegenschaftsamt

Telefon
+49 7541 204 5230
Fax
+49 7541 204 7230
E-Mail
harald.betting@bodenseekreis.de

Informationen zur Förderung

Die baulichen Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs in den kreiseigenen Liegenschaften sind vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Programm wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Projektträger Jülich abgewickelt.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit

www.bmu.de

Projektträger Jülich
www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen