Radverkehrs-Zählung auf dem Bodensee-Radweg

Der Bodensee-Radweg zählt zu den beliebtesten Radreise-Zielen Europas, vor allem in der Ferienzeit ist hier das Radverkehrsaufkommen enorm. Allerdings gab es für den Bodensee-Radweg im Bodenseekreis bisher keine systematisch erhobenen Verkehrsdaten. Solche Daten können dabei helfen, Konfliktpunkte und Engpässe objektiv zu verifizieren und erforderliche Infrastrukturmaßnahmen zu priorisieren. Auch mit Blick auf klima- und verkehrspolitische Zielsetzungen sind vertiefte Kenntnisse über die Veränderungen des Radverkehrsaufkommens von Bedeutung. Daher hat das Straßenbauamt des Bodenseekreises gemeinsam mit dem Kreisverband Bodenseekreis des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein Kooperationsprojekt zur Erfassung der Nutzungszahlen auf dem Bodensee-Radweg gestartet.

Im Juli 2021 haben Mitglieder des ADFC an neun Zählstellen zwischen Sipplingen und Kressbronn manuelle Radverkehrszählungen durchgeführt. Um einen repräsentativen Überblick über die wichtigsten Abschnitte des Bodensee-Radweges am nördlichen Bodenseeufer zu erhalten, haben der ADFC und der Landkreis die Zählstellen in Sipplingen, Überlingen, Uhldingen-Mühlhofen, Meersburg, Immenstaad, Friedrichshafen (drei Zählstellen) und Kressbronn festgelegt. Neben dem Radverkehr wurden hier auch der Fußverkehr und teils der KFZ-Verkehr erfasst. Ergänzend zu den Werktagszählungen erfolgten an zwei Stellen auch Wochenendzählungen.

Zählbericht (PDF)

Radverkehrsförderung hat im Bodenseekreis schon längere Tradition. Bereits 1987 wurde eine erste Radwegekonzeption erarbeitet und 1997 fortgeschrieben. 2008 erfolgte eine weitere Fortschreibung durch das Straßenbauamt. Im Jahr 2016 wurde erneut ein Radverkehrskonzept erstellt, welches die aktuelle Grundlage der infrastrukturellen Radverkehrsförderung darstellt.

Die im Rahmen der neuen Konzeption untersuchte Streckenlänge beträgt 1100 Kilometer. Das aktuelle Konzept betrachtet das Radwegenetz baulastübergreifend und priorisiert die Maßnahmen in einem Maßnahmenkataster. Ein Schwerpunkt des Konzeptes liegt im Bereich Neubau von Rad- und Gehwegen. Der Aspekt der Sicherheit stellt den zweiten Schwerpunkt dar. Hierunter fallen Maßnahmen an Knotenpunkten und Ortseinfahrten.

Durch das Radverkehrskonzept soll sich der Modal Split, also die Verteilung verschiedener Transportmittel (Auto, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr), nachhaltig zu Gunsten des Radverkehrs entwickeln. Bis 2025 soll der Radverkehrsanteil daher auf 22 % gesteigert werden. In Friedrichshafen ist der Radverkehrsanteil mit 25 % schon jetzt relativ hoch, während die Werte im ländlichen und hügeligen Umland teils unter 10 % liegen. Im Schnitt liegt der Anteil bei 12 bis 14 %. 

Konkrete Handlungsziele aus dem Konzept sind:

Zusammenhänge über Gemeindegrenzen hinweg herstellen

  • Verbindungen zu den Nachbarkreisen sicherstellen
  • Reiseweiten im Radverkehr erhöhen
  • Zielgruppenorientierte Angebote für Fahrradtourismus verbessern bzw. profilieren
  • Umlanderschließung mit touristischen Radwegen abseits des Bodenseeradwegs
  • Einheitlichen Qualitätsstandard für Radverkehrsanlagen schaffen
  • Bessere Erkennbarkeit und mehr Sicherheit durch Standardelemente realisieren
  • Qualitätsmanagement im Radverkehrsnetz mit den Schwerpunkten Winterdienst, Baustellenmanagement und Erhaltung (Ausbau) der Radwege 

Die Aufgabe des Landkreises besteht darin, alle Maßnahmen aus dem Konzept koordinierend zu begleiten und die Umsetzung des Konzeptes voranzutreiben. Ebenso ist der Bodenseekreis Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen und stärkt die themenbezogene Kommunikation durch verschiedene Kampagnen. Längerfristig strebt der Landkreis die Landesauszeichnung „Fahrradfreundlicher Landkreis“ an.

Übergeordnet wird die Radverkehrsförderung durch den Bund und das Land Baden-Württemberg gefördert. Auf Bundesebene ist der Nationale Radverkehrsplan ein wichtiges Instrument. Das Land Baden-Württemberg hat durch die RadSTRATEGIE eine weitere Säule der Radförderung geschaffen, zu der auch das RadNETZ Baden-Württemberg zählt.

Radtourismus, Kampagnen und Mobilitätspädagogik

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Radwegebau und Infrastruktur

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